Katastrophen in der Digitalisierung

Erstmals in diesem Jahr rief eine Behörde, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld, den Katastrophenfall aus, nachdem ein IT-Schadensfall die Kreisverwaltung komplett lahmgelegt hatte. Grund für den Ausfall war wohl ein Ransomware-Angriff. Das Einfallstor soll die Windows-Sicherheitslücke Printnightmare sein, die zuvor schon länger bekannt war.

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Die Wiederaufbauarbeiten der Verwaltung dauerten nach dem Angriff im Juli mehrere Monate und selbst die Bundeswehr musste teilweise aushelfen. Die Ausgaben für den Wiederaufbau belaufen sich auf einen hohen sechsstelligen Bereich.

Doch trotz der Bekanntheit dieses Falls kam es 2021 zu weiteren erfolgreichen Ransomware-Angriffen auf die IT-Systeme der öffentlichen Verwaltung. So waren auch Schwerin und der Landkreis Ludwigslust-Parchim von einem IT-Angriff mit Ransomware betroffen, ebenso die Stadt Witten.

Probleme beim Notruf

Immerhin, so muss man wohl vorsichtig positiv anmerken, sind bei den beschriebenen Ransomware-Angriffen Menschen nicht direkt zu Schaden gekommen. Für andere Ausfälle der öffentlichen digitalen Infrastruktur lässt sich das nicht so sicher sagen.

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So kam es im Jahr 2021 immer wieder zum Ausfall des öffentlichen Notrufs im Festnetz, der offenbar weitgehend von der Deutschen Telekom betrieben wird. Anfang November kam es dann zu einer Großstörung, die gar mehrere Bundesländer und zahlreiche Großstädte betraf. Überlastet war der Notruf auch, nachdem als Alternative zum Telefon-Notruf die Notruf-App Nora eingeführt wurde.

Cell Broadcast kommt zu spät

Trauriger Höhepunkt der falsch angegangenen Digitalisierung in Deutschland ist aber die Debatte um die Einführung des sogenannten Cell Broadcast als Warnsystem. Denn der Auslöser dieser politischen Diskussion um ein System, das seit mehr als 20 Jahren für jede Mobilfunkgeneration standardisiert ist, war das schwerwiegende Hochwasser im Sommer 2021 mit mehr als hundert Toten allein in Deutschland.

Besonders enttäuschend daran ist, dass diese Diskussion exemplarisch zeigt, wie zuvor über Jahre hinweg Warnungen von Experten zu dem Thema systematisch ignoriert wurden. Statt auf die technisch vergleichsweise einfachen Warnungen direkt aufs Handy setzten die Verantwortlichen lange auf Warn-Apps, die ein Opt-In erfordern und auch nur bei einer bestehenden mobilen Internetverbindung überhaupt funktionieren.

Selbst nach dem Hochwasser bestand das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) noch darauf, dass die amtlichen Warnungen der Apps eigentlich gar nicht weitergegeben werden dürften.

Zum Thema Cell Broadcast bleibt letztlich festzuhalten, dass sich der Gesetzgeber am Ende dafür entschieden hat, ihn verpflichtend einzuführen. Eine darauf basierende Warn-Verordnung folgte dann vor wenigen Wochen.

Trotz aller Probleme hat das Jahr 2021 also auch gezeigt, dass die Politik unter Umständen am Ende doch noch auf den Rat von Digital-Experten hört. Ob sich das 2022 fortsetzt, bleibt abzuwarten.

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 Blockchain als Treiber falscher Digitalisierung
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