Luca-App: Wo ist das BSI, wenn man es mal braucht?

Während das BSI die Corona-Warn-App intensiv prüft, müssen das bei der Luca-App freiwillige Sicherheitsexperten übernehmen. Warum ist das so?

Eine Analyse von und veröffentlicht am
Die ehrenamtlichen Sicherheitsexperten sind von der Luca-App erschöpft.
Die ehrenamtlichen Sicherheitsexperten sind von der Luca-App erschöpft. (Bild: Pixabay)

Am vergangenen Wochenende hat Marcus Mengs die Waffen gestreckt. Der Sicherheitsexperte hat die Prüfung des Luca-Systems auf Sicherheitsprobleme eingestellt.

Inhalt:
  1. Luca-App: Wo ist das BSI, wenn man es mal braucht?
  2. Die Katze im Sack gekauft
  3. Keine Code-Überprüfung durch das BSI

"Der Hersteller gibt mir keine Zeit, die Zusammenhänge zu dokumentieren, welche zu Sicherheitslücken im Code führen, und patcht stattdessen ständig Code mit neuen Fehlern nach. Um hier Schritt zu halten, müsste ich dieses Dokument täglich überarbeiten, das ist nicht leistbar", schrieb Mengs auf Github.

Doch warum kümmert sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nicht um diese problematische Software?

Viele schlechte digitale Gästelisten

Das ist bei der Corona-Warn-App der Bundesregierung völlig anders. In diesem Fall war das BSI von Anfang an in die Prüfung des Systems und der App eingebunden und hat unter anderem Penetrationstests durchgeführt.

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Dabei ist die Corona-App schon vom Konzept her eigentlich viel sicherer als die Luca-App. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben und keine Daten zentral gespeichert. Zudem ist der Druck auf die Nutzer größer, die Luca-App zu installieren, um sich bei Veranstaltungen oder in Restaurants einzuchecken.

Darüber hinaus gibt es etliche weitere Anbieter, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die Gästelisten zu digitalisieren. So lobbyieren im Bündnis Wir für Digitalisierung eine ganze Reihe von Anbietern für eine offene Schnittstelle und ihre digitalen Gästelisten. "Der Luca-App mangelt es nicht an Konkurrenzprodukten, die mindestens genauso schlecht sind", hat Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Club (CCC), die Situation lakonisch zusammengefasst.

Corona-Warn-App wurde von Anfang an geprüft, Luca nicht

Es gibt also eine ganze Reihe von Gründen, das Luca-System technisch genauer unter die Lupe zu nehmen und den Code auf mögliche Lücken zu überprüfen. Eine solche Prüfung sollte am besten schon dann erfolgen, bevor die Lizenz gekauft und das Produkt flächendeckend eingesetzt werden soll. Doch das ist in diesem Fall offensichtlich unterblieben.

Ein Grund dafür liegt im unterschiedlichen Entwicklungsprozess von Corona-Warn-App und Luca-App. Die Corona-App wurde von Anfang an im Auftrag der Bundesregierung entwickelt. Die verantwortliche Behörde ist das Robert-Koch-Institut (RKI). Nicht nur das Bundesgesundheitsministerium, auch das Bundesinnenministerium ist in den andauernden Entwicklungsprozess eingebunden. Das Innenministerium kann dem BSI als untergeordnete Behörde entsprechende Anweisungen erteilen.

Ganz anders bei der Luca-App.

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Die Katze im Sack gekauft 
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023,-+ 15. Feb 2022

hat man in so einem Fall ein "Rücktrittsrecht", sprich: Geld zurück? Zum Zeitpunkt des...

My1 17. Jan 2022

naja ein halbes Jahr später wurden Luca daten einfach mal missbraucht, ups

hormei 03. Jul 2021

Was spricht gegen die Verwendung von Schmudo2Go? wolf128058.gitlab.io schmudo2go

mackes 28. Jun 2021

In der Realität sind Papierlisten aber zumindest in der Gastronomie eher die Regel. Die...



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