Abo
  • IT-Karriere:

Luc Verhaegen: Intel zerstört Wettbewerb zwischen Wayland und Mir

Der Lima-Treiber-Entwickler Verhaegen schreibt, Intel verhindere mit dem Entfernen der XMir-Patches jeglichen fairen Wettbewerb zwischen Wayland und Mir. Das Unternehmen habe damit jeglichen moralischen Vorsprung gegenüber Canonical verspielt.

Artikel veröffentlicht am ,
Canonicals XMir wird nicht von Intel unterstützt.
Canonicals XMir wird nicht von Intel unterstützt. (Bild: Canonical)

Der Grafiktreiber-Entwickler Luc Verhaegen kommentiert in seinem Blog die Entscheidung des Intel-Managements, die XMir-Patches wieder aus dem X.org-Treiber zu entfernen, mit deutlichen Worten: Er beschreibt sie als "Software-Faschismus". Diese Art von "Machtspielen" sei "ziemlich hinterlistig" und sehr viel schädlicher, als es zunächst erscheine.

Zum Schaden aller Nutzer

Stellenmarkt
  1. STI - Gustav Stabernack GmbH, Lauterbach
  2. INSYS TEST SOLUTIONS GmbH, Regensburg

Denn das Unternehmen zerstöre jeglichen möglichen Wettbewerb der Software unter gleichen Voraussetzungen und schade damit letztlich allen Nutzern. Ein derartiges Verhalten neige dazu, die "technisch am wenigsten fortschrittliche und moralisch inakzeptabelste" Lösung zu bevorzugen.

Verhaegen glaubt darüber hinaus, dass dies möglicherweise erst der Anfang schlechter Entscheidungen sei, die die Entwicklung des Intel-Treibers nun beeinflussen könnten. Schlimmstenfalls könnte das Unternehmen sogar so weit gehen, die unter Mir auftretenden Fehler schlicht nicht zu akzeptieren und sich weigern, diese zu beheben - auch wenn diese nicht am Zusammenspiel mit Mir liegen, sondern im Treiber selbst.

Intel schadet sich selbst

Doch auch nach dem jetzigen Stand der Dinge füge Intel sich und seinen Kunden mehr Schaden als notwendig zu. Immerhin sei Ubuntu die mit Abstand meistgenutzte Linux-Distribution und damit wahrscheinlich auch die größte Testumgebung für Intels Treiber. Außerdem sei klar, dass Ubuntu Mir einsetzen werde. Als Hardwarehersteller habe Intel damit seinen Kunden gegenüber "die Pflicht, auch Mir zu unterstützen".

Das Testen und Debuggen des Treibers unter Ubuntu wird nun aber wesentlich erschwert, da die Fehler nicht mehr direkt an die Intel-Entwickler gemeldet werden, sondern an das Ubuntu-Team. Zudem kann neuer Treiber-Code wie etwa Fehlerbereinigungen nicht ohne weiteres unter Ubuntu getestet werden, da die XMir-Patches selbst angewandt werden müssen. Intel schade seinem eigenen Grafiktreiber also mehr als Canonical und Mir, meint Verhaegen.

Mir ist kein Problem

Als erfahrener Entwickler von Grafiktreibern habe er persönlich kein besonderes Problem mit der Existenz des Displayservers Mir, erklärt Verhaegen. Zwar begrüße er Canonicals Abkehr von Wayland nicht, aber Mir sei abgesehen von dem Contributor-License-Agreement schließlich freie Software und schade niemandem außer Canonicals eigenen Ressourcen und Nutzern.

Auch sei Mir, genau wie Wayland, nur eines der vielen und in freier Software häufigen neu erfundenen Dinge. Im Falle der beiden Displayserver eben die Neuerfindung des X-Servers. Aus Verhaegens Sicht war bisher der einzige Unterschied der moralische Vorteil auf Seiten Intels mit Wayland gegenüber Canonical und Mir. Doch diesen habe der Chiphersteller nun verspielt.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,74€
  2. (-79%) 3,20€
  3. 1,19€
  4. 4,99€

Fuchs 12. Sep 2013

Fassen wir zusammen: Das Ausstechen eines zweiten Mitbewerbers ist begrüssenswert, weils...

YoungManKlaus 12. Sep 2013

das liegt aber eher am design von x11 als daran dass es ein standard war ;)

Anonymer Nutzer 12. Sep 2013

Falsch! Denn das unendlich steht HINTER dem +1! :P Das +1 hat also Vorrang! :D Selbst...

Anonymer Nutzer 12. Sep 2013

Das darf auf keinen Fall passieren! O.o

Anonymer Nutzer 12. Sep 2013

Ich habe einen AMD E450 in meinem Lenovo E325! :D


Folgen Sie uns
       


Sony Xperia 1 - Test

Das Xperia 1 eignet sich dank seines breiten OLED-Displays hervorragend zum Filmeschauen. Im Test zeigt Sonys neues Smartphone aber noch weitere Stärken.

Sony Xperia 1 - Test Video aufrufen
Ryzen 3900X/3700X im Test: AMDs 7-nm-CPUs lassen Intel hinter sich
Ryzen 3900X/3700X im Test
AMDs 7-nm-CPUs lassen Intel hinter sich

Das beste Prozessor-Design seit dem Athlon 64: Mit den Ryzen 3000 alias Matisse bringt AMD sehr leistungsstarke und Energie-effiziente CPUs zu niedrigen Preisen in den Handel. Obendrein laufen die auch auf zwei Jahre alten sowie günstigen Platinen mit schnellem DDR4-Speicher.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Ryzen 3000 BIOS-Updates schalten PCIe Gen4 für ältere Boards frei
  2. Mehr Performance Windows 10 v1903 hat besseren Ryzen-Scheduler
  3. Picasso für Sockel AM4 AMD verlötet Ryzen 3400G für flottere iGPU

Kickstarter: Scheitern in aller Öffentlichkeit
Kickstarter
Scheitern in aller Öffentlichkeit

Kickstarter ermöglicht es kleinen Indie-Teams, die Entwicklung ihres Spiels zu finanzieren. Doch Geld allein ist nicht genug, um alle Probleme der Spieleentwicklung zu lösen. Und was, wenn das Geld ausgeht?
Ein Bericht von Daniel Ziegener

  1. Killerwhale Games Verdacht auf Betrug beim Kickstarter-Erfolgsspiel Raw
  2. The Farm 51 Chernobylite braucht Geld für akkurates Atomkraftwerk
  3. E-Pad Neues Android-Tablet mit E-Paper-Display und Stift

Ricoh GR III im Test: Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom
Ricoh GR III im Test
Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom

Kann das gutgehen? Ricoh hat mit der GR III eine Kompaktkamera im Sortiment, die mit einem APS-C-Sensor ausgerüstet ist, rund 900 Euro kostet und keinen Zoom bietet. Wir haben die Kamera ausprobiert.
Ein Test von Andreas Donath

  1. Theta Z1 Ricoh stellt 360-Grad-Panoramakamera mit Profifunktionen vor
  2. Ricoh GR III Eine halbe Sekunde Belichtungszeit ohne Stativ

    •  /