NXP hält getrennte Modems für erforderlich

Laut BMW ist der "Kern-Chipsatz" bei C-V2X ein einziger, ohne Doppelungen in der Hardware. Der Chiphersteller NXP warnt in einer Studie (PDF) jedoch davor, sicherheitskritische Anwendungen wie C2X mit derselben Hard- und Software wie Entertainment oder andere Funktionen zu betreiben. LTE-V2X sollte daher physisch getrennt vom Mobilfunkmodem eingesetzt werden.

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Ein zusätzlicher Aufwand entsteht beim Mobilfunk auf jeden Fall dadurch, dass bei C-V2X auf einer anderen Frequenz gefunkt wird. Laut BMW ist für das sogenannte Radio Frontend "voraussichtlich ein wesentlich kleinerer Kostenanteil der Hardware spezifisch für das 5,9 GHz-Band auszuführen". Höhere Kosten entstünden bei der WLAN-Technik hingegen dadurch, dass wegen der anderen Übertragungstechnologie ein eigenes Antennensystem benötigt werde. Bei C-V2X wolle BMW die Anforderungen für kurze und große Reichweiten in entsprechend optimierten Antennen verbinden, so dass keine Zusatzkosten für LTE-V2X PC5 entstünden.

Lizenzkosten bei LTE noch unklar

Einen weiteren Kostenfaktor könnten bei beiden Techniken Lizenzen darstellen. Laut Kapsch sind die Lizenzen für Auto-WLAN innerhalb des Car2Car Communication Consortiums kostenfrei. Über die endgültigen Lizenzkosten von C-V2X lasse sich nur spekulieren. "Sollte die Preisstrategie der Halbleiterhersteller ähnlich ihrer Strategie im Handsetbereich sein, könnten da noch Verhandlungen anstehen, die es bei ITS-G5 nicht mehr geben müsste", hieß es. Laut BMW werden die Schutzrechte teilweise hoch bepreist. Derzeit seien aber weder für das Auto-WLAN noch für LTE-V2X-Funktionen Lizenzforderungen bekannt.

Abgesehen von den Kosten führen beide Seiten weitere Argumente für die jeweilige Technik ins Feld. So weist die 5G Automotive Association (5GAA) in einer 80-seitigen Studie (PDF) darauf hin, dass durch den Einsatz von C-V2X deutlich mehr tödliche Verkehrsunfälle verhindert werden könnten. Dies liege vor allem daran, dass die Technik langfristig auch eine Kommunikation zwischen Autos und Smartphonenutzern ermögliche, so dass diese sich an Kreuzungen voreinander warnen könnten. Die Studie geht davon aus, dass bereits im Jahr 2027 vier von fünf Smartphones C-V2X unterstützten. Damit würden langfristig zwei Drittel aller Fußgänger und Radfahrer mit den Autos vernetzt.

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Eine solche Vernetzung wäre jedoch nur dann sinnvoll, wenn die Smartphonenutzer gleichzeitig hochpräzise Positionsdaten mitsenden könnten. Denn nur auf diese Weise könnten beispielsweise Kollisionen verhindert werden, wenn ein Autofahrer einen Radfahrer oder Fußgänger beim Abbiegen übersieht. Ohne solche Ortsdaten kann das Auto nicht bestimmen, ob ein Fußgänger oder Radfahrer den eigenen Fahrtweg kreuzt oder diesem gefährlich nahekommt. Gerade in Städten sind solche Positionsdaten auf Satellitenbasis aber recht ungenau. Zudem dürften in zehn Jahren die meisten Pkw und Lkw über eine Sensorausstattung verfügen, die solche Unfälle ebenfalls verhindern kann und auch Verkehrsteilnehmer detektiert, die nicht mit den Autos vernetzt sind. Zahlreiche tödliche Unfälle könnten durch Abbiegeassistenten wahrscheinlich verhindert werden.

Auf einem eher technischen Niveau hat der Chiphersteller NXP in seiner Studie die Vor- und Nachteile der beiden Techniken analysiert. Gerade im sogenannten Ad-hoc-Modus 4 habe LTE-V2X einige Spezifikationen übernehmen müssen, die für ein zentralisiertes und synchronisiertes Netzwerk mit Basisstationen sinnvoll seien, jedoch nicht für eine direkte Kommunikation. So synchronisierten sich die LTE-V2X-Nutzer über das globale Satellitennavigationssystem GNSS, das jedoch nicht immer zur Verfügung stehe. Während die erlaubte Zeitabweichung bei Auto-WLAN plus/minus 1.000 Mikrosekunden betrage, liege sie bei LTE-V2X nur bei plus/minus 0,39 Mikrosekunden. Die Frequenzabweichung könne beim WLAN-Standard +/- 20 ppm betragen (PPM-Rechner), bei LTE hingegen nur 0,1 ppm. Das führe zu höheren Hardwarekosten für hochpräzise Zeitmodule.

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 LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?WLAN-Technik weniger störanfällig 
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Lachser 04. Jun 2019

Ich sehe die Gefahr nicht mal durch einen Einbruch in ein geschütztes System. Das ist...

Doener 20. Mai 2019

Die Messung der Signallaufzeit und das validieren des Abstandes macht aus mehren gründen...

Eheran 19. Mai 2019

Warum eine ID? Wenn man den Standort auf <<1m genau hat, dann reicht einfach der...

senf.dazu 18. Mai 2019

Und bei den meisten rechnet sich aber halt das Taxi nicht. Aber das Auto. Aber vielleicht...

schnedan 17. Mai 2019

bei den Automotive Stückzahlen... Zusatzkosten pro Fahrzeug <10¤... abgesehen davon: Bei...



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