LTE oder WLAN: Deutsche Autohersteller streiten über Funkstandard
Die deutsche Automobilindustrie ist uneins, ob Fahrzeuge Daten per WLAN oder Mobilfunk übertragen sollen. In Kürze will die EU-Kommission dazu Vorgaben machen. Wie der Spiegel berichtet, setzen Unternehmen wie BMW, Daimler und Deutsche Telekom auf eine Lösung auf Mobilfunkbasis, die aktuell mit LTE-V2X und bald mit dem Nachfolger 5G funktionieren soll. Der von der EU favorisierte Standard hingegen basiert auf WLAN-V2X. "Diese Technologiefestlegung verlangsamt den Aufbau des zukünftigen 5G-Netzes" , heißt es in einem BMW-Papier.
Die Gegenposition wird von VW vertreten, wo man wie auch bei Toyota und GM auf die WLAN-Lösung setzt. In Wolfsburg heißt es, dieser Standard sei sofort einsetzbar, zudem hätten bis 2017 praktisch alle Premiummarken ihn unterstützt: "Wir sehen es mit Bedauern, dass nicht mehr alle Hersteller an den gemeinsam getroffenen Vereinbarungen festhalten."

BMW hingegen hält den Mobilfunk für vielseitiger und zukunftssicherer: "Wenn Europa sein Ziel ernst meint, ein Leitmarkt für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge werden zu wollen, muss es die 5G-Technologie schnell umsetzen" , sagte BMW-Vorstand Klaus Fröhlich.
Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) setzt die ersten kommerziellen LTE-V2X-Produkte von Huawei in seinem Testfeld in Berlin ein. Huawei hat nach eigenen Angaben eine störungsfreie Koexistenz des WLAN-V2X und des Cellular-V2X-Standards erreicht.
So soll direkte Kommunikation untereinander über Mobilfunk möglich werden, ohne eine Basisstation dafür nutzen zu müssen. LTE-V2X ist eine Technologie für eine direkte Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation sowie Fahrzeug-zu-Infrastruktur- oder Fahrzeug-zu-Netzwerk-Kommunikation.
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