LTE: Noch 30 weiße Flecken im bevölkerungsreichsten Bundesland

Nach über drei Jahren Mobilfunk-Pakt gibt es in Nordrhein-Westfalen noch immer gut 30 weiße Flecken.

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Das LTE-Netz ist immer noch nicht überall.
Das LTE-Netz ist immer noch nicht überall. (Bild: NRW-Wirtschaftministerium)

Bei der Versorgung mit LTE gibt es in Nordrhein-Westfalen noch rund 30 weiße Flecken, in denen es keine oder eine mangelhafte Versorgung in allen drei Mobilfunknetzen gibt. Diese Lücken sollen bis Ende 2022 geschlossen werden. Das geht aus einer am 3. Dezember 2021 bekannt gewordenen Antwort des Wirtschaftsministeriums (PDF) auf eine Kleine Anfrage von zwei Abgeordneten der SPD-Fraktion hervor.

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Das Ministerium unterstütze die Schließung der Lücken etwa durch das Angebot von Landesliegenschaften als potenzielle Standorte für die LTE-Basisstationen der Netzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica. Den Angaben zufolge befanden sich Ende Juni 99,5 Prozent aller Haushalte in Nordrhein-Westfalen in mindestens einem LTE-Netz. Damit sei Nordrhein-Westfalen bundesweit unter den Flächenländern führend.

Im Sommer 2020 hatte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) noch von 48 Mobilfunklöchern in Nordrhein-Westfalen gesprochen. "Auch im Jahre 2021 gibt es im bevölkerungsreichsten Bundesland immer noch zahlreiche, meist ländliche Orte und Regionen, in denen kein Mobilfunk verfügbar ist", betonten die SPD-Abgeordneten in ihrer Anfrage.

Die Landesregierung hatte im Juni 2018 mit den Netzbetreibern den Mobilfunkpakt geschlossen und im September 2021 Bilanz gezogen. Laut Ministerium wurden mehr als 1.450 LTE-Basisstationen neu errichtet und fast 12.800 bestehende Standorte mit LTE aufgerüstet. "Insgesamt konnten dadurch Funklöcher auf einer Fläche von annähernd 900 Quadratkilometern geschlossen werden, besonders in Grenzregionen sowie Süd- und Ostwestfalen", heißt es in der Antwort.

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Es existiere bereits eine Roaming-Vereinbarung zwischen den Betreibern, die neue bundesweite Mobilfunkangebote ermögliche. Die Landesregierung unterstütze weitere freiwillige Roaming-Vereinbarungen ausdrücklich. Eine gesetzliche Verpflichtung zu National Roaming sei für einen schnellen, leistungsfähigen und wettbewerblichen Ausbau in der Fläche aus Sicht der Landesregierung jedoch hinderlich.

Funklöcher: Im Februar war das Ministerium noch unwillig

Das Ministerium hatte Golem.de im Februar 2021 erklärt, man könne Funklöcher nicht ermitteln. "Eine Quantifizierung der Funklöcher aus Nordrhein-Westfalen ist uns aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, denn der Mobilfunkempfang an einem bestimmten Standort hängt von verschiedenen Faktoren ab." Dies sei die Nutzung des Endgeräts oder der Vertrag mit einem der Mobilfunknetzbetreiber.

Doch solange National Roaming nicht überall vereinbart ist, weisen die Netzwerkbetreiber ihre Funklöcher über die Karte der Bundesnetzagentur aus. Nationales Roaming bedeutet die Verpflichtung der Mobilfunkbetreiber, das eigene Netz für die Konkurrenz zu öffnen. Das haben Telefónica und Vodafone mit der Deutschen Telekom am 19. Januar 2021 vereinbart. Danach bieten die Betreiber gemeinsame 4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband an.

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