LTE-Nachfolger: Nokias Bell Labs machen bei deutschem 5G Lab mit

Vodafone hat in seinem 5G Lab Germany einen neuen Partner, die berühmten Bell Labs, der Forschungsbereich von Alcatel-Lucent, das bald zu Nokia gehört. Laut Tod Sizer, Leiter der Wireless-Forschung bei Bell Labs, geht es um Applikationen, die eine geringe Latenz und Massive MIMO unterstützen.

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Die Chefs des 5G Labs
Die Chefs des 5G Labs (Bild: TU Dresden)

Bell Labs, der Forschungsbereich von Alcatel-Lucent, wird Partner des 5G Lab Germany der Technischen Universität Dresden. Das gaben die Partner bekannt. Nokia wird Alcatel-Lucent für 15,6 Milliarden Euro in eigenen Aktien kaufen, damit werden auch die Bell Labs zu dem finnischen Netzwerkausrüster gehören. Die Übernahme soll im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen werden.

Vodafone eröffnete im April 2015 mit der TU das Labor zur Erforschung des Mobilfunks der 5. Generation. Die Gründung des 5G Lab Germany war bereits im September 2014.

Kapazität von Netzen verbessern, wenn Smartphones mit mehreren Funkempfängern gleichzeitig verbunden sind

Ziel der Zusammenarbeit der Bell Labs mit dem 5G Lab Germany sei die Entwicklung und Erprobung von Technologien, die die Leistungsfähigkeit von mobilen Netzen der fünften Generation bestimmen. Eines der Forschungsfelder ist der Einsatz mehrerer paralleler Funkverbindungen zwischen Endgerät und Funksystem, um die Zuverlässigkeit der Kommunikation zu erhöhen. Herausgefunden werden soll, wie Kapazität und Zuverlässigkeit von Netzen verbessert werden können, wenn Smartphones mit mehreren Funkempfängern gleichzeitig verbunden sind. Geprüft wird auch, ob die gleichzeitige Verwendung mehrerer 5G-Funkverbindungen oder die gleichzeitige Verwendung von 5G- und 4G-LTE-Funkverbindungen die Verfügbarkeit erhöhen kann.

Die unlängst von Bell Labs entwickelte Wellenform Universal Filtered-Orthogonal Frequency-Division Multiplexing (UF-OFDM) für 5G-Netze gilt als ein Anwärter für die künftige Standardisierung. Sie ermögliche eine höhere Leistung des Netzes und neue Dienste, sorge dafür, dass ein 5G-Netz mehr Menschen und vernetzte Gegenstände bedienen kann und mache die Netze weniger komplex.

Als Forschungspartner wird Bell Labs die gemeinsame Forschungsarbeit finanzieren.

Gerhard Fettweis, Vorsitzender der Vodafone Stiftungsprofessur für Mobilfunksysteme an der TU Dresden und Leiter des 5G Lab Germany, sagte: "Wir erforschen ein theoretisches Gerüst, das es uns erlaubt, Wellenformen zu analysieren, Leistungshemmnisse zu identifizieren und einfachere Netzarchitekturen zu entwickeln. Das zweite Projekt beschäftigt sich mit neuen Zugangstechnologien als Erweiterung dualer Verbindungen und der Koordination verschiedener, gleichzeitig genutzter Funkzugangstechnologien, um sehr unterschiedliche Dienstanforderungen erfüllen zu können. "

Tod Sizer, Leiter der Wireless-Forschung bei Bell Labs, erklärte: "Derzeit arbeiten wir gemeinsam an Applikationen, die eine geringe Latenz und leistungsfähigere Lösungen ermöglichen und die Massive MIMO (Multiple-input multiple-output communications) und eine hohe Menge vernetzter Geräte unterstützen."

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