Zum Hauptinhalt Zur Navigation

LTE-Ausbau: Bundesnetzagentur erhöht den Druck auf Betreiber

In Kürze wird die Bundesnetzagentur über Strafen für die Netzbetreiber entscheiden.
/ Achim Sawall
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ausbau der Telekom an der A2 (Bild: Vodafone Deutschland/Screenshot Golem.de)
Ausbau der Telekom an der A2 Bild: Vodafone Deutschland/Screenshot Golem.de

Die Bundesnetzagentur prüft die Gründe für die Verzögerungen beim LTE-Ausbau und wird in Kürze über weitere Schritte entscheiden. Das sagte der Sprecher der Bundesnetzagentur Michael Reifenberg Golem.de auf Anfrage. "Alle drei Netzbetreiber konnten die Versorgungsauflagen in unterschiedlichem Umfang nicht fristgerecht zum 1. Januar 2020 erfüllen. Hierfür haben sie zahlreiche Gründe vorgetragen" , erklärte Reifenberg.

Die unzureichende Versorgung begründen die Mobilfunkbetreiber demnach mit externen Einflüssen wie fehlenden Vermietmöglichkeiten an Standorten sowie Problemen mit Baugenehmigungen und dem Denkmal-, Natur- und Umweltschutz. Telefónica beklagt zudem "unternehmensspezifische Besonderheiten" , die den Netzausbau verzögert hätten.

Die Bundesnetzagentur hat in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen die Auflage gemacht, dass ab Beginn des Jahres 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen sind. Die Hauptverkehrswege sind vollständig zu versorgen.

Die Bundesnetzagentur überprüfe die Angaben der Mobilfunknetzbetreiber und werde in jedem Bundesland eigene Messungen durchführen, erklärte die Behörde im Januar 2020. Diese Überprüfungen würden mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Reifenberg betonte nun: "Die Bundesnetzagentur wird alles dafür tun, dass der mobile Breitbandausbau in Deutschland weiter verbessert wird und der Bevölkerung mobiles Breitband in Stadt und Land zur Verfügung stehen."

Telefónica Deutschland werde wegen Nichterfüllung der LTE-Auflagen eine Strafe von bis zu 30 Millionen Euro bezahlen müssen , berichtete das Manager Magazin im Februar unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld der Bundesnetzagentur. Telefónica Deutschland erklärte, der Ausbau sei "nochmals beschleunigt" worden.


Relevante Themen