LTE, 5G: Kanada verbietet Huawei und ZTE in Mobilfunknetzen

Die kanadische Regierung hat sich viele Jahre Zeit gelassen. Nun sollen die Netzbetreiber die Ausrüstung von Huawei und ZTE bis 2027 ausbauen.

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Messestand von Huawei auf dem MWC 2019
Messestand von Huawei auf dem MWC 2019 (Bild: Huawei)

Kanadas Innovationsminister François-Philippe Champagne hat erklärt, Ausrüstung von Huawei und ZTE sei zu riskant, um sie in Kanadas 5G-Netzen zuzulassen. Wie das Onlinemagazin The Logic berichtet, muss die Ausrüstung bis zum Jahr 2027 auch aus LTE-Netzen entfernt werden. Sicherheitsminister Marco Mendicino erklärte auf Twitter: "Heute haben wir unsere Absicht angekündigt, Huawei und ZTE den Zugang zum kanadischen Telekommunikationssystem zu verbieten." Dem sei eine intensive Prüfung im Rahmen des Geheimdienstbündnisses 5 Eyes vorausgegangen.

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Es liege in der Verantwortung der Regierung, die Kanadier vor wachsenden Cyber-Bedrohungen zu schützen, betonte Mendicino. Die Vorwürfe gegen Huawei wurden zuerst von der umstrittenen Trump-Regierung aufgebracht. Beweise für eine Zusammenarbeit von Huawei mit den chinesischen Geheimdiensten oder für Hintertüren in den Produkten haben aber weder Trump noch sein Nachfolger Joe Biden jemals vorgelegt.

Die beiden führenden kanadischen Mobilfunkbetreiber Telus und Bell (BCE) hatten schon im Sommer 2020 angekündigt, ihr 5G-Netz mit Ericsson und Nokia auszubauen. Netzbetreiber setzten aber häufig auf eine Multi-Vendor-Strategie und damit auf mehrere Ausrüster.

Huawei präsent in kanadischen Netzen

Von den drei großen kanadischen Anbietern hat Telus die stärkste Bindung zu Huawei, da ein Großteil seines 4G-Netzwerks von dem chinesischen Ausrüster kommt. Im Februar betonte Telus, die Einführung von 5G mit Huawei-Ausrüstung voranzutreiben.

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Bell gilt in Kanada als einer der offensivsten Verteidiger der Zusammenarbeit mit Huawei, trotz der Spionagevorwürfe aus den USA. "Wir arbeiten mit mehreren Anbietern zusammen, um unser 5G-Netzwerk aufzubauen - genau wie bei unserem erfolgreichen Aufbau von 4G LTE, zu dem Cisco, Ericsson, Huawei, Nokia und andere gehörten", schrieb Bell-Sprecher Marc Choma in einer E-Mail an BNN Bloomberg. "Huawei war in der Vergangenheit ein zuverlässiger und innovativer Partner, und wir würden in Betracht ziehen, mit ihnen bei 5G zusammenzuarbeiten, wenn die Regierung die Teilnahme zulässt."

Die wichtigsten Mobilfunkbetreiber in dem US-Nachbarstaat Kanada sind Bell, Telus, Rogers und Freedom Mobile (Shaw). Huawei betreibt dort auch eine wichtige Forschungsstätte.

Nachtrag vom 20. Mai 2022, 13:21 Uhr

Ein Vertreter von Huawei Kanada sagte Golem.de auf Anfrage: "Dies ist eine unglückliche politische Entscheidung, die nichts mit Cybersicherheit oder einer der fraglichen Technologien zu tun hat." In den vergangenen 13 Jahren sei Ausrüstung von Huawei, einschließlich Hardware und Software, von der Regierung und ihren Sicherheitsbehörden regelmäßig nach strengen Qualitätsstandards geprüft worden. In diesem gesamten Zeitraum habe es keine Sicherheitsvorfälle gegeben, die durch Geräte von Huawei verursacht worden seien.

"Leider liegt diese Entscheidung außerhalb unserer Kontrolle als Unternehmen. Wir werden jedoch alles in unserer Macht Stehende tun, um die legitimen Rechte und Interessen unserer Kunden und Partner sowie selbst zu schützen", sagte der Sprecher.

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