Lower Decks meets Strange New Worlds: Das Star-Trek-Crossover, auf das viele gewartet haben
Paramount+ hat am Wochenende damit überrascht, dass die Episode Tierisch olle Sternenreisende(öffnet im neuen Fenster) von Star Trek: Strange New Worlds plötzlich online war. Normalerweise gibt es neue Folgen immer donnerstags, diesmal nutzte man jedoch den Werbe-Push, den die San Diego Comic Con(öffnet im neuen Fenster) bot.
Dort wurde die Folge präsentiert und gleich für die Nutzer weltweit freigeschaltet. Ein sinnvolles Vorgehen, handelt es sich doch um eine außergewöhnliche Episode.
Seit es verschiedene Star-Trek-Serien auf Paramount+ gibt, war bei den Fans auch der Wunsch nach einem Crossover groß. Aber aus reinem Fan-Service wollten die Verantwortlichen das nicht tun – das hat Alex Kurtzman, der die Star-Trek-Geschicke leitet, früh gesagt. Wenn es ein Crossover(öffnet im neuen Fenster) geben sollte, müsste es inhaltlich stimmig sein – bei Tierisch olle Sternenreisende ist das nun der Fall.
120 Jahre in die Vergangenheit
Im Grunde ist diese Folge von Star Trek: Strange New Worlds eher eine von Star Trek: Lower Decks. Denn sie fängt als Zeichentrick an und zeigt, wie Mariner, Boimler und Co. auf eine Außenmission gehen – eigentlich eine, bei der nicht viel passieren sollte.
Ein Portal soll untersucht werden, aber wie es häufig bei Mariner und Co. ist: Etwas läuft schief und Boimler wird durch das Zeitportal in die Vergangenheit gerissen.
Als er wieder herauskommt, sieht er sich einigen Leuten von der Enterprise gegenüber. Sie bringen den Zeitreisenden auf ihr Schiff. Natürlich wird Boimler ermahnt, keinerlei Informationen über die Zukunft preiszugeben. Aber ein bisschen geht halt doch – und dann wird alles noch chaotischer, als Boimler plötzlich nicht mehr der einzige Zeitreisende ist.
Eine schöne Sache an dieser Folge ist, dass Tawny Newsome und Jack Quaid ihre Rollen erstmals nicht mehr nur sprechen, sondern spielen, wobei zu sagen ist: Sogar optisch sind sie perfekt für ihre Rollen.
Amüsant ist aber auch der Unterschied zwischen den beiden Star-Trek-Serien, auf den Mariner sogar verweist: Früher haben alle viel langsamer gesprochen. Man könnte aber auch sagen, dass bei Star Trek: Lower Decks einfach alle viel schneller sprechen.
Frecher als die Sternenflotte erlaubt
Die Unterschiede zwischen den Figuren der beiden Serien sind sehr schön umgesetzt. Denn Mariner und Boimler sind nicht nur etwas chaotischer, sondern auch deutlich frecher, als man das bei der Sternenflotte gewohnt ist. Besonders deutlich wird das, als sie mit der Führungsriege der Enterprise am Konferenztisch sitzen – wobei das zugleich der einzige Moment der Folge ist, der nicht so ganz funktioniert.
Natürlich werden auch alte Folgen referenziert (und zwar ausgesprochen spezifisch, wie Spock bemerkt); die Folge ist aber kein Fan-Service, sondern bringt diese Querverweise en passant – wer sie nicht erkennt, dem erschließt sich die Geschichte dennoch.
Und diese Geschichte ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch emotional. Etwa, wenn Mariner und Boimler mit Pike reden und herumdrucksen, was sie über dessen Zukunft wissen. Oder wenn Boimler sich bei Chapel um Kopf und Kragen redet, als es um Spock geht.
Denn in den Folgen zuvor gab es einiges an Entwicklung: Spock versucht, seine Emotionen nicht komplett zu unterdrücken. Er lächelt – oder versucht es zumindest. Er will für Chapel menschlicher werden, doch die Begegnung mit Boimler macht ihm klar, dass dies nur eine Phase sein wird, weil der Mann aus der Zukunft einen anderen Spock kennt. Den, den auch die Zuschauer kennen.
Das grandiose Ende
Sehr schön ist auch das Ende, denn da bekommt man die Crew der U.S.S. Enterprise im Zeichentrickstil von Star Trek: Lower Decks zu sehen. Das ist richtig cool, zumal die Figuren ihre neuen Bewegungsmöglichkeiten oder die unnatürlich großen Augen thematisieren.
Der Originaltitel Those Old Scientists ist ein Terminus, den Commander Ransom von der U.S.S. Cerritos für die Sternenflotten-Leute der 2260er Jahre benutzt. Das Akronym TOS ist aber natürlich auch "The Original Series", wie die Ur-Serie von Fans genannt wird. Das wurde bei der deutschen Übersetzung erhalten – auch wenn Tierisch Olle Sternenreisende natürlich etwas flapsiger ist.
Wann es wieder ein Crossover geben wird? Man weiß es nicht, aber schon am 3. August gibt es wieder etwas Neues bei Star Trek: eine Musical-Episode namens Subspace Rhapsody(öffnet im neuen Fenster) .
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