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Low Latency Docsis: Huawei will Latenz von 1 Millisekunde im Kabelnetz erreichen

Die Latenzzeiten im TV-Kabelnetz sollen minimal werden. Sie sollen laut Huawei noch über Docsis 3.1 hinaus verbessert werden.
/ Achim Sawall
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Im Kabelnetz sollen Latenzzeiten sinken (Bild: Public Domain)
Im Kabelnetz sollen Latenzzeiten sinken Bild: Public Domain

Huawei arbeitet daran, die Latenzzeit im TV-Kabelnetz massiv zu senken. Das sagte Jürgen Pechmann, Solution Expert für Fixed Network bei Huawei Technologies Deutschland, Golem.de auf Anfrage. "Gegenwärtig erreichen wir mit der Huawei D-CCAP(öffnet im neuen Fenster) (Distributed Converged Cable Access Platform) bei 4K-OTT-Videos mit einer Latenzoptimierung durchschnittlich fünf, maximal zehn Millisekunden. Unser nächstes Forschungsziel ist, eine durchschnittliche Latenzzeit von ein bis zwei, maximal fünf Millisekunden zu erreichen."

Ein Bereich, in dem Huawei mit dem Projekt Next Generation Cable Innovation arbeitet, ist LLD, was für Low Latency Docsis steht. Mit Docsis 3.1 wurden Verbesserungen bei der Latenz erreicht. Bei dem Spezifikationskonsortium Cable Labs wird in einer Arbeitsgruppe daran geforscht, eine geringere Laufzeit der Datenpakete zu erzielen.

Kabelnetz: Latenz-Probleme noch nicht gelöst

Auf der Branchenmesse Anga Com am 12. Juni 2018 in Köln hatten zwei Chief Technology Officers von Kabelnetzbetreibern über die Probleme mit der hohen Latenz gesprochen. "Die Latenz muss konkurrenzfähig sein, und das ist nicht leicht zu machen", sagte Eric Kuisch, Chief Technology Officer (CTO) bei Vodafone Deutschland. Ludwig Modra, CTO von Tele Columbus, betonte: "Wir haben mit Docsis 3.1 Verbesserungen bei der Latenz erreicht. Das ist aber noch nicht ausreichend." Bei dem Spezifikationskonsortium Cable Labs werde in einer Arbeitsgruppe daran geforscht, eine geringere Laufzeit der Datenpakete zu schaffen. "Da gibt es Probleme, die wir jetzt lösen müssen", sagte Modra.

Bereits im Jahr 2016 sprach Golem.de mit Dieter Pfändner, Vice President Technology Strategy and Engineering bei Unitymedia, darüber, wie geringe Latenzzeiten möglich werden.

Nach den Worten von Pfändner möchte kein User, dass sein Skype-Telefonat oder -Video bei zeitgleichem Up- oder Download großer Datenmengen störenden Unterbrechungen unterliegt. "Hier ist beispielsweise die Optimierung der Datenpuffer in den Geräten ein wichtiger Ansatzpunkt."

Die Einführung von Produkten mit mindestens 1 GBit/s sei eng gekoppelt an den neuen Standard Docsis 3.1. "Der Standard legte bereits von Beginn an besonderen Wert auf die Einhaltung besonders niedriger Laufzeiten, daher versprechen wir uns weitere Möglichkeiten zur Verbesserung von Laufzeiten und Pings. Exemplarisch sei hier neben optimierten Physical-Layer-Parametern die Einführung von AQM (Active Queue Management) genannt", erklärte Pfändner. AQM erlaube die lastabhängige Steuerung von Datenpuffern, um unnötig hohe Zwischenspeicherung und daraus entstehende Latenzen zu vermeiden.


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