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Low-cost Air Defence: Airbus zeigt Drohnenabwehrsystem mit Drohnen

Airbus Defence and Space hat eine umgebaute Drohne vorgestellt, die auf Drohnenjagd gehen soll.
/ Michael Linden
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Airbus Load (Bild: Airbus Defence and Space)
Airbus Load Bild: Airbus Defence and Space

Airbus hat auf der DWT-Tagung unter dem Titel Unbemannte Systeme X in Bonn ein neuartiges unbemanntes Luftverteidigungssystem vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . Das als Load (Low-cost Air Defence) bezeichnete System nutzt modifizierte Zieldarstellungsdrohnen vom Typ Do-DT 25, um feindliche Drohnen der Nato-Klassifizierung Class II mit einem Gewicht unter 600 kg abzuwehren, wie die Fachpublikation Hartpunkt berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Dazu werden die Load-Drohnen mit bis zu drei Lenkflugkörpern ausgestattet, wobei je nach Größe und Gewicht auch eine höhere Anzahl möglich sein könnte, so Airbus. Der Start erfolgt mittels Katapult, und die Kontrolle übernimmt eine Bodenstation, die auf Radar- und Luftlagedaten zurückgreift.

Die Do-DT 25 ist laut Herstellerangaben nach dem A320 das meistproduzierte Luftfahrzeug des Airbus-Konzerns mit über 2.500 gefertigten Einheiten. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 555 km/h und einer Einsatzreichweite von 110 km kann das System auch in Höhen von bis zu 9.000 Metern operieren, so Hartpunkt.

Nach Einsatzende kehren die Load-Drohnen zu ihrem Stützpunkt zurück und landen mittels Fallschirm, was eine Wiederverwendung ermöglicht, heißt es in dem Bericht.

Kosteneffiziente Abwehr gegen Drohnenschwärme

Ob die von Airbus propagierte Einsatzfähigkeit gegen große Drohnenschwärme mit der Realität übereinstimmt, ist fraglich: Jede Load-Drohne kann nur drei feindliche Einheiten neutralisieren – Drohnenschwärme, die Russland gegen die Ukraine startet, bestehen aber teilweise aus hundert oder mehr Shahed-136-Drohnen oder dem russischen Gegenstück Geran-2.

Airbus betont, dass Load besonders gut mit etablierten Systemen wie Iris-T, Patriot oder dem Nah- und Nächstbereichsschutz zusammenarbeitet. Für die Integration in bestehende Strukturen wird das System mit einer Schnittstelle zum Führungssystem IBMS der Bundeswehr ausgestattet.

Die Einsatzflexibilität wird zusätzlich erhöht, wenn Load mit Aufklärungsdrohnen wie der geplanten Eurodrohne kombiniert wird. Dies ermöglicht den Einsatz auch in Gebieten, die nicht oder nicht vollständig von bodengestützten Luftverteidigungsradaren erfasst werden.

Nach Angaben von Airbus soll ein Prototyp mit zunächst zwei Lenkflugkörpern noch in diesem Jahr seinen Erstflug absolvieren. Die operative Einsatzbereitschaft ist für 2027 geplant.

Ohne US-Exportkontroll-Manko

Ein weiterer Aspekt, den Airbus hervorhebt, ist die Unabhängigkeit von US-amerikanischen Exportkontrollen. Das System wird als " Itar free(öffnet im neuen Fenster) " beschrieben, was bedeutet, dass keine Komponenten verwendet werden, die den US-Exportbeschränkungen unterliegen.


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