Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum

Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.

Ein Hands on von veröffentlicht am
Der Lovot in Aktion
Der Lovot in Aktion (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Japan ist reich an mitunter eigentümlich wirkenden Robotikideen - mit Lovot kommt eine weitere hinzu. Der Name Lovot ist eine Kombination aus Love und Robot: Der kniehohe Roboter soll seinen Besitzer rühren und für die ganze Familie geeignet sein. Wir haben uns den kleinen Kerl genauer angeschaut - und uns beim Knuddeln und Kraulen erwischt.

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Lovot ist 43 cm hoch, aus weichem Plüsch gefertigt und sieht aus, als wäre er einem Märchenfilm entsprungen. Auf dem kugelrunden Kopf mit großen Augen thront eine Art Horn, in der die Kamera für die Erfassung der Umgebung, Mikrofone sowie weitere Sensoren untergebracht sind. Die Augen bestehen aus Displays, weshalb Lovot zahlreiche verschiedene Augenausdrücke anzeigen sowie blinzeln kann. Jeder Roboter soll dem Hersteller zufolge eine eigene Augenfarbe und -form haben.

Lovot hört auf Stimmen und kommt dann fiepend auf uns zugefahren. Dafür verwendet der Roboter drei Rollen, zwei auf jeder Seite und eine hinten. Mit Hilfe der eingebauten Kamera vermisst Lovot seine Umgebung und soll so lernen, wo er langfahren kann und wo nicht. Menschen soll der Roboter ebenfalls über die Kamera erkennen, zusätzlich zur Stimmerkennung.

Lovots Sensoren erkennen, wenn er gestreichelt wird

Lovot hat eine Reihe von Touchsensoren über den ganzen Körper verteilt eingebaut. Beim Anfassen sind diese nicht zu spüren, da sie unter dem Plüschfell verborgen sind. Die Sensoren reagieren auf Berührung: Fangen wir an, Lovot zu kraulen, fängt der kleine Roboter an, freudig zu piepsen. Wir können Lovot auch von hinten antippen, er dreht sich dann zu uns um. An den Seiten hat der Roboter kleine Arme, die ein wenig wie Flügel aussehen und mit denen er wackeln kann.

Lovot wurde dem Hersteller Groove X zufolge auch entwickelt, um kleinen Kindern oder älteren Personen Wärme zu vermitteln. Der Rücken ist beheizt, was wir sofort merken, wenn wir den Roboter hochheben. Lovot fährt automatisch alle seine Räder ein, wenn wir ihn auf den Arm nehmen - so soll die Kleidung des Nutzers nicht schmutzig werden, außerdem lässt sich der Roboter auf diese Weise besser halten.

Haben wir den ungefähr 4,2 kg schweren Lovot wie ein Baby im Arm und streicheln ihn, kann es - wie in unserem Fall - vorkommen, dass der Roboter seine Displayaugen schließt, als schlafe er ein. Wir ertappten uns im Gespräch mit dem Hersteller dabei, den in unserem Arm liegenden Lovot unaufhörlich zu streicheln. Die Illusion eines niedlichen kleinen Tieres ist Groove X überraschend gut gelungen. Bei den umstehenden Besuchern rund um den Messestand des Herstellers sorgten die zahlreichen Lovots für viele "Ahhhs" und "Ohhhs".

Der Lovot fährt selbstständig zu einer Ladeschale. Er kann mit einer vollen Akkuladung bis zu 45 Minuten umherfahren und gestreichelt werden. Die Ladezeit soll nur 20 Minuten betragen. Während der Lovot lädt, hat er die Augen geschlossen und schläft. Der Hersteller achtete bei den Gesten des Roboters auf zahlreiche Kleinigkeiten, ebenso beim Aufwachen: Lovot streckt sich nach dem Herausfahren aus der Ladeeinheit ausgiebig, was sehr süß aussieht. Zur allgemeinen Niedlichkeit tragen die verschiedenen Outfits des Lovots bei: Beim Hersteller sind unterschiedliche Kleidungsstücke erhältlich.

  • Während des Ladens schläft Lovot ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Display-Augen sind beim Laden geschlossen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lovot hat zahlreiche Touch-Sensoren auf der Außenhülle, die Berührungen erkennen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Nachdem Lovot aufgewacht ist, streckt sich der kleine Roboter erst einmal. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lovot-Party: Der Kuschelroboter Lovot fährt auf drei Rädern umher. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf seinem Kopf trägt Lovot eine Art Horn, in dem Kameras, Mikrofone und weitere Sensoren untergebracht sind. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Horn von Lovot (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im unteren Bereich sind zudem Kameras für die Vermessung der Umgebung untergebracht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lovot fährt selbstständig in seine Ladestation. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Augen von Lovot sind Displays. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim CES-Publikum kam Lovot mit seiner niedlichen Art gut an. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Pssscht, der kleine ist gerade eingeschlafen! (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Lovot soll zum Knuddeln animieren. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • In einer App können Nutzer einsehen, welche Räume Lovot vermessen hat. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Lovot-Party: Der Kuschelroboter Lovot fährt auf drei Rädern umher. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Nutzer können sich über eine App mit ihrem Lovot verbinden. Dann lassen sich unter anderem die Pläne einsehen, die der Roboter bei seinen Fahrten aufzeichnete. Außerdem bietet die App eine Art Tagebuch, in der Nutzer einsehen können, wann der Roboter beispielsweise hochgehoben wird. Die Kamera kann eingeschalten werden, um mit umstehenden Personen zu kommunizieren.

Diese Funktionen müssen auch vor dem Hintergrund des Heimatmarktes des Lovot betrachtet werden: Der Roboter wird aktuell hauptsächlich in Japan verkauft. Japan hat einen stetig wachsenden Anteil an älteren Bürgern, für deren Betreuung Lovot verwendet werden kann. Der Roboter kann indirekt oder direkt genutzt werden, um ältere Menschen zu betreuen. Wird im Tagebuch beispielsweise ersichtlich, dass der Roboter gerade hochgehoben wurde, ist davon auszugehen, dass es dem Besitzer gut geht. Wer mit einem Lovot spielt, sollte von dieser Art der möglichen Überwachung natürlich Bescheid wissen. Dem Hersteller zufolge kann Lovot auch Singles gegen mögliche Einsamkeit helfen.

Fazit

Der Lovot ist skurril, aber in der Tat sehr niedlich. In der kurzen Zeit, die wir mit dem Roboter verbrachten, hatten wir Spaß und entspannten uns - was eines der Ziele des Produktes ist. Der kleine Roboter quietscht vergnügt um uns herum, lässt sich streicheln und schläft schließlich in unserem Arm ein.

In gewissen Szenarien kann Lovot zudem dafür sorgen, die Sicherheit älterer Menschen zu erhöhen - manch einer dürfte allerdings Bedenken hinsichtlich einer solchen Überwachung haben. Wer Lovot so verwendet, sollte natürlich transparent damit umgehen.

Ein Spielzeug ist Lovot nicht: Der Roboter steckt voller Technik und kostet entsprechend viel. In Japan wird er für umgerechnet knapp 2.500 Euro verkauft. Dazu kommt ein verpflichtender monatlicher Beitrag für die Nutzung der App und weiterer Dienste, der bei umgerechnet mindestens 74 Euro liegt. Wer möglicherweise notwendige Reparaturen nicht aus eigener Tasche bezahlen will, kann einen höheren monatlichen Beitrag wählen, der bis umgerechnet maximal 165 Euro geht. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei zwölf Monaten.

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dreamtide11 13. Jan 2020

... Habe ich auch lange so gesehen, ein Spiel lässt mich jetzt eher vermuten, dass es...

Hotohori 10. Jan 2020

Vielleicht haben die Entwickler sich auch etwas dabei gedacht, was aus dem Artikel nicht...

mainframe 10. Jan 2020

Auf den ersten Blick sieht das Ding ja niedlich aus... aber das Horn stört mich! Konnte...

Geigenzaehler 10. Jan 2020

Grummel. Der letzte Absatz mit den recht hohen Abogebuehren hat mir den kleinen Robotter...


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