Abo
  • Services:

Lovoo: Sicherheitslücke ermöglicht Erstellung von Bewegungsprofilen

Über die Web-API des Dating-Dienstes ließen sich bis vor kurzem Informationen über Nutzer abrufen - auch ohne Login. Per Skript-Automatisierung können damit Bewegungsprofile erstellt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Screenshot des Test-Skripts
Screenshot des Test-Skripts (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Mit der sogenannten Radar-Funktion von Lovoo können sich Nutzer per Browser oder App andere Lovoo-Nutzer in ihrer Umgebung anzeigen lassen. Dabei wird nicht nur der Nutzername dargestellt, sondern unter anderem die ungefähre Entfernung zur eigenen Position. Golem.de-Leser Pascal Raszyk hat uns informiert, dass diese Funktion keinerlei Einschränkungen hat und jedem die Möglichkeit bietet, Bewegungsprofile einzusehen. Mittlerweile ist diese Lücke zum Teil geschlossen.

Web-API ist mitteilsam

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke Karlsruhe GmbH, Karlsruhe
  2. Schaeffler AG, Herzogenaurach

Die Radar-Funktion der App basiert darauf, dass die Lovoo-Anwendung regelmäßig die Ortskoordinaten des Nutzers an den Dienst übermittelt, wenn dieser dem zugestimmt hat. Die Daten erhält die Radar-Anwendung über eine Web-API-URL. In der URL wird unter anderem als Parameter die aktuelle Position des abfragenden Nutzers übergeben sowie ein Suchradius. Daher weiß Lovoo, wo sich der Nutzer befindet, und kann darüber die Entfernung anderer Nutzer berechnen.

Pascal Raszyk entdeckte, dass die URL ohne Limitierungen abgefragt werden konnte. So war es ihm nicht nur möglich, Daten ohne gültiges Nutzer-Login zu erhalten, sondern auch in kürzester Zeit beliebig viele Abrufe mit frei gewählten Ortskoordinaten durchzuführen. Raszyk stellte uns ein Skript zur Verfügung, das mehrere URL-Abrufe durchführt und das Ergebnis auswertet. Bei jedem Aufruf wird dabei der abgefragte Standort leicht variiert, die jeweiligen Suchumgebungen überlappen sich dabei. Mit hoher Wahrscheinlichkeit tauchen dabei einige Nutzer in jedem der Ergebnisse auf, inklusive der Entfernungsangabe zu den abgefragten Ortskoordinaten.

Aus der Kombination mehrerer Ortskoordinaten und der zugehörigen Entfernungen kann per Triangulation die konkrete Position dieser Nutzer auf wenige Meter genau bestimmt werden.

Alternativ lässt sich mit diesem Konzept ein Nutzer automatisiert gezielt suchen und verfolgen, wenn zumindest sein ungefährer Standort bekannt ist.

Lovoo verweist auf absichtliche Ungenauigkeit

Wir konfrontierten Lovoo mit diesen Problemen und erhielten noch am gleichen Tag eine Antwort. Der Zugriff durch nicht einloggte Nutzer sei mittlerweile unterbunden - was tatsächlich der Fall ist, wie wir feststellten.

Ansonsten verweist Lovoo auf den Zweck des Dienstes: "Zur Erbringung unserer standortbezogenen Dienstleistungen [...] ist es notwendig und liegt in der Natur der Sache, Standortdaten zwischen Benutzern unserer Plattform zu teilen.". Außerdem betont der Anbieter die Freiwilligkeit der Standortübermittlung. Die Möglichkeit einer genauen Ortsbestimmung eines Nutzers verneint Lovoo: "Um unsere Nutzer - trotz standortbezogener Leistungen - besser zu schützen, wird die Genauigkeit der Koordinaten automatisch mit mind. 100 Meter reduziert."

Auf Anfrage von Golem.de widersprach Pascal Raszyk der Argumentation von Lovoo: "Trotz der Ungenauigkeit lässt sich die Bewegungsrichtung erkennen und damit auch ein Bewegungsprofil reproduzieren."



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 164,90€ + Versand
  2. ab 499€
  3. und Assassins Creed Odyssey, Strange Brigade und Star Control Origins kostenlos dazu erhalten

bauer_inc 18. Okt 2016

hey, krass, aber cool gemachte Webseite, mit der Karte und so. Geht das aktuell immer...

lemmer 08. Okt 2016

Bei der durchgeführten Prüfung der Bewegung der Nutzerprofile stellte sich heraus, dass...

Xiut 07. Okt 2016

Oh Gott.. da fehlt bei dir ja jegliches Verständnis und jegliche Logik.. Aber mal dir...

berndliefert 07. Okt 2016

Was ihr meint nennt sich "Trilateration".


Folgen Sie uns
       


Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live

Im Abschlussgespräch zur E3 2018 berichten die Golem.de-Redakteure Peter Steinlechner und Michael Wieczorek von ihren Eindrücken der Messe, analysieren die Auswirkungen auf die Branche und beantworten die Fragen der Zuschauer.

Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live Video aufrufen
Gesetzesvorschlag: Regierung fordert Duldung privater Ladesäulen
Gesetzesvorschlag
Regierung fordert Duldung privater Ladesäulen

Die Bundesregierung hat ihren Entwurf zur Förderung privater Ladestationen für Elektroautos vorgelegt. Sowohl Mieter als auch Eigentümer erhalten damit einen gesetzlichen Anspruch. Aber es kann sehr teuer werden.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Sono Motors Elektroauto Sion für 16.000 Euro schon 7.000 Mal reserviert
  2. Elektromobilität iEV X ist ein Ausziehelektroauto
  3. Elektroautos Bundesrechnungshof hält Kaufprämie für unwirksam

HDR-Capture im Test: High-End-Streaming von der Couch aus
HDR-Capture im Test
High-End-Streaming von der Couch aus

Was bringen all die schönen neuen Farben auf dem 4K-HDR-TV, wenn man sie nicht speichern kann oder während des Livestreams nicht mehr selber sieht? Avermedia bietet mit den Capture-Karten Live Gamer 4K und Live Gamer Ultra erstmals bezahlbare Lösungen an. PC-Spieler sehen mit ihnen sogar bis zu 240 Bilder pro Sekunde.
Von Michael Wieczorek

  1. DisplayHDR Vesa veröffentlicht erstes Testwerkzeug für HDR-Standard
  2. HDMI 2.0 und Displayport HDR bleibt Handarbeit
  3. Intel Linux bekommt experimentelle HDR-Unterstützung

Threadripper 2990WX und 2950X im Test: Viel hilft nicht immer viel
Threadripper 2990WX und 2950X im Test
Viel hilft nicht immer viel

Für Workstations: AMDs Threadripper 2990WX mit 32 Kernen schlägt Intels ähnlich teure 18-Core-CPU klar und der günstigere Threadripper 2950X hält noch mit. Für das Ryzen-Topmodell muss aber die Software angepasst sein und sie darf nicht zu viel Datentransferrate benötigen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Threadripper 2990X AMDs 32-Kerner soll mit 4,2 GHz laufen
  2. AMD Threadripper v2 mit 32 Kernen erscheint im Sommer 2018
  3. Raven Ridge AMDs Athlon kehrt zurück

    •  /