Loupedeck Live S ausprobiert: Alle Streams an Deck

Das Loupedeck Live S ist eine kleine Hardwaresteuerung für Streaming und Medien. Wir fänden mehr Cloud und weniger Kosten wünschenswert.

Ein Praxistest von Martin Wolf veröffentlicht am
Das Loupedeck Live S wird per USB-C an Mac oder PC angeschlossen.
Das Loupedeck Live S wird per USB-C an Mac oder PC angeschlossen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

In unserem Test des Loupedeck CT (G+) haben wir bereits die sehr gute Verarbeitung der Produkte des finnischen Herstellers gelobt. Das neue kleine Streamingaccessoire Loupedeck Live S folgt der gleichen haptischen und optischen Philosophie. Allerdings haben wir bei unserem Test - zumal für den Preis - das eine oder andere vermisst.

Inhalt:
  1. Loupedeck Live S ausprobiert: Alle Streams an Deck
  2. Verfügbarkeit und Fazit

Mit 15 kleinen berührungssensitiven Bildschirmen, zwei Drehreglern und vier beleuchteten Tasten können reichlich Funktionen verschiedener Programme ausgelagert werden. Ob es sich um die Lautstärkeregelung per Rad, die Überblendung im Stream oder das Tastenkürzel für eine Photoshop-Funktion handelt: All das kann auf dem kleinen, per USB-C angeschlossenen Gerät frei zugewiesen werden. Die Bildschirme lassen sich aber auch als Statusanzeige für Uhrzeit, CPU-Auslastung oder sogar die Mondphasen nutzen. Per Wischgeste wird zwischen mehreren Seiten mit Belegungen gewechselt.

Die Anpassungen erfolgen über die Loupdeck-Software, die für viele alltägliche Programme und Situationen bereits vorgefertigte Einstellungen mitbringt. Ebenso wie beim Controller selbst hat die Loupedeck-App eine schick und schnörkellos gestaltete dunkle Oberfläche, in der wir uns schnell zurechtfinden. Die Tastenbelegung ist simpel gemacht, bietet aber genügend Spielraum, um auch Makro-Aktionen anzulegen. Hinzu kommt inzwischen ein Marketplace genannter Bereich, in dem Loupedeck-Nutzer eigene Erweiterungen auch für exotische Software oder den Alltag im jeweiligen Betriebssystem hochladen können.

Loupedeck funktioniert mit Windows und MacOS, für Linux gibt es keine Programmversion.

Wie eingangs erwähnt, sieht das Loupedeck Live S hübsch aus und fühlt sich gut an. Es ist mit 150 x 85 x 15 mm und 168 Gramm angenehm kompakt, aber nicht zu winzig. Auch wenn die Bildschirme im Gegensatz zu den Drehreglern und Knöpfen nicht auf Druck klicken, ist die bei Berührung ausgelöste Vibration ausreichend, um uns zu signalisieren, dass unser Kommando ausgeführt wird.

  • Das Loupedeck Live S ist mit 150 x 85 x 15 mm und 168 Gramm sehr kompakt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • 15 Touchscreens, zwei Drehregler und ein paar beleuchtete Knöpfe lassen sich belegen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bildschirme sind gut ablesbar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zwischen den Seiten mit Tastenbelegungen kann per Wischgeste gewechselt werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Loupedeck-Software ist übersichtlich und bietet Profile. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Adobe-Programme werden natürlich unterstützt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im Market finden sich aber noch viele weitere Belegungen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Optionen für Haptik und Optik (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bei uns streikte die Verbindung zu OBS auf einem Rechner - obwohl sich das Programm per Tastendruck auf dem Loupedeck starten ließ. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Loupedeck Live S ist mit 150 x 85 x 15 mm und 168 Gramm sehr kompakt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wir haben die Tasten mit einzelnen Szenen und Audiofunktionen belegt, um ein typisches Streamingszenario in OBS abzudecken. Hierfür ist das Gerät auch bestens geeignet. Wir müssen bei Überblendungen zwischen unseren Quellen nicht darüber nachdenken, ob wir versehentlich eine andere Funktion betätigen. Die Lautstärkeregelung unserer Eingänge erfolgt intuitiv per Drehregler, anstatt mit der Maus eine Leiste entlang zu ziehen, was immer auch die Gefahr birgt, in der Aufregung danebenzuklicken.

Auch wenn das Live S mit weniger Funktionen als die größeren Geschwister auskommen muss, ist es doch auch gut in Bildbearbeitung und Videoschnitt einsetzbar. Mit Photoshop, Premiere Pro und Lightroom funktioniert es anstandslos. So könnte es mit seinem niedrigeren Preis auch als "Einstiegsdroge" für die haptische Arbeit dienen - wer es häufiger auch außerhalb des Streaming nutzt, dürfte versucht sein, eine besser ausgestattete Variante zu kaufen.

Etwas teurer als die Konkurrenz

Preislich liegt das Loupedeck Live S mit 180 Euro um einiges über den rund 140 Euro für die Einstiegsversion des Elgato Stream Deck - dem Konkurrenzmodell. Letzteres verfügt nicht über Drehregler oder zusätzlich belegbare Knöpfe. Dafür ist es in einer noch weiter abgespeckten Version mit nur sechs Bildschirmknöpfen für unter 80 Euro verfügbar; wer also wirklich nur Quellen im Stream umschalten will, kann kräftig sparen.

Unsere Kritikpunkte am Loupedeck Live S betreffen die Flexibilität im Umgang mit mehreren PCs oder Macs. Wir hatten beispielsweise keine Probleme bei der Ersteinrichtung auf zwei Rechnern, bei einem dritten behauptete die Loupedeck-Software jedoch, dass OBS nicht installiert sei - obwohl sie sich per Knopfdruck auf der Konsole starten ließ. Wenn alles funktioniert, vermissen wir die Möglichkeit, unser Profil automatisch zu synchronisieren. Wenn wir auf mehreren Rechnern die gleiche Konfiguration in OBS haben, wäre es praktisch, die Belegung unseres Loupedecks nicht immer wieder neu einrichten zu müssen. Derzeit geht das nur über einen manuellen Export und Import von Profilen.

Immerhin können die installierten Plugins automatisch auf neue Versionen überprüft werden. Das Login ins Loupedeck-Konto ermöglicht auch den Zugriff auf Tipps und Tricks zur Einrichtung.

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