Lord of Hatred im Test: Das ist Diablo 4 in Bestform
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Nach dem Release des ersten Add-ons spannte Diablo 4 bereits einen großen neuen Storybogen auf. Zugleich wurden neue Mechaniken zusammen mit der Klasse Geistgeborener eingeführt. Das bot für viele Dutzend Stunden Spielspaß. Mit den darauffolgenden Seasons in den vergangenen zwei Jahren wurden aber weitere Makel an Diablo 4 offengelegt.
Das neue Add-on Lord of Hatred setzt nun einen obendrauf: Zwei neue Klassen, ein neues Gebiet und das Finale der Geschichte um das große Übel Mephisto versprechen mehr Diablo-Action. Blizzard versucht aber auch vor allem, die Endgame- und saisonalen Aktivitäten im Spiel so zu verbessern, dass sie wieder mehr Spaß machen.
Das ist keine leichte Aufgabe: Unter Fans wird Diablo 4 aktuell oft als zu leicht und schnelllebig angesehen. Im Endgame gibt es wenig kreative Entfaltungsmöglichkeiten, und das eher oberflächliche Craftingsystem motiviert meist nur für wenige Stunden. Aber auch Diablo-Fans, die einfach nur eine stellenweise mitreißende Story erfahren und ein paar Stunden Gottesfantasie ausleben wollen, kommen mit Lord of Hatred voll auf ihre Kosten. Es ist tatsächlich der beste Startpunkt, um Diablo 4 nochmals eine Chance zu geben – es lohnt sich.
Lineare Story cinematisch erzählt
Die Kampagne erinnert vor allem mit ihrem Mix aus Ingame-Renderings und vorgefertigten Cutscenes an das alte Blizzard, das mit Spielen wie Warcraft und Starcraft Geschichten erzählen wollte. Gleich zu Beginn führt uns Lord of Hatred nach Skovos, der Heimat der Amazonen. Denn hierhin verfolgen wir Neyrelle und den Herrn des Hasses persönlich.
Mephisto zeigt sich diesmal nicht mehr nur als Dämon im Wolfspelz. Stattdessen führt er als gebrechlicher Prophet das Volk der Amazonen in ihre vermeintliche Erlösung. Sein wahrer Plan, nämlich die Welt in Hass ertrinken zu lassen, bleibt den meisten Bewohnern von Sanktuario verborgen. Wir schließen uns mit alten Verbündeten zusammen, um dem großen Übel ein Ende zu bereiten.
Vor allem in den vielen Zwischensequenzen bekommen wir einen Großteil der dunklen Diablo-Atmosphäre mit. Stellenweise wird es durch den bombastischen Soundtrack und die auch im Deutschen sehr gute Vertonung auch mal emotional. Im Kern bleibt Lord of Hatred aber eine typische "Wir-gegen-alle"-Geschichte, ohne großartige Wendungen oder schockierende Twists.
Im Gameplay wird das vor allem durch das teils sehr repetitive Missionsdesign deutlich. Meist werden wir auf der Suche nach einem Artefakt in ein dunkles Verlies geschickt, nur um dort sämtliches Ungeziefer auszurotten, am Ende einem etwas größeren Schergen Mephistos entgegenzutreten – und dann auf die Suche nach dem nächsten Artefakt zu gehen.
Diese Minibosse sind meist nur Reskins vergangener Diablo-4-Saisons und Add-ons und für Genreveteranen wenig neu. Dabei zeigen ARPGs wie Path of Exile 2, dass Bosskämpfe auch spannend und fordernd sein können. Nun hat Diablo 4 den Anspruch, auch Casual-Gamer anzusprechen. Auf Dauer werden die immer gleichen Bosskämpfe und ewig düsteren Moore aber dennoch etwas langweilig.
Doch es gibt Ausnahmen: Einige Zwischenbosse und auch der finale Kampf gegen Mephisto sind spaßig und fordern teils Geschick. Den erreichen wir übrigens schon nach etwa zehn Stunden Spielzeit. Allzu lang ist die Kampagne daher nicht. Uns gefallen zudem einige der neuen Biome wie ein lavadurchströmter Vulkan, die höllisch windenden Gänge unseres Unterbewusstseins oder die aus Diablo 2 bekannten Käfernester samt Ungeziefer.
Mit dem richtigen Build werden aber auch diese Hürden schnell beseitigt. Und hier hat Lord of Hatred viel verändert.
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