Lord British: Ultima-Schöpfer will Kultserie von EA zurückholen
Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem letzten Hauptspiel könnte eine der einflussreichsten Serien der Computerspielegeschichte vor einer Rückkehr stehen. Richard Garriott, besser bekannt als "Lord British" und Schöpfer von Ultima, arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Kontrolle über seine berühmte Reihe zurückzuerlangen.
Auslöser der aktuellen Spekulationen waren Markenanmeldungen von Electronic Arts rund um Ultima. Viele Fans und Fachmagazine werteten dies als Zeichen für ein neues Spiel. Garriott erklärte nun jedoch in einem Interview mit Inside Games(öffnet im neuen Fenster), dass er selbst eine Rückkehr der Reihe plant.
Grundlage dafür ist eine Regelung im US-Urheberrecht, nach der Schöpfer bestimmte Rechte an ihren Werken nach Ablauf von 35 Jahren zurückfordern können. Nach seinen Angaben wäre dieser Zeitpunkt für Ultima im Jahr 2027 erreicht.
Damit sind die Rechte allerdings noch nicht zurück bei Garriott. Der Entwickler spricht vielmehr von einem bevorstehenden Prozess, auf den er seit Jahren gewartet habe. Konkrete Pläne für ein neues Spiel nannte er nicht.
Besonders kompliziert ist die Situation, weil sich Urheber- und Markenrechte unterscheiden. Während Garriott die Urheberrechte an seinen ursprünglichen Werken zurückerlangen könnte, dürften die Markenrechte an Ultima bis auf Weiteres bei Electronic Arts bleiben.
Seine Hoheit bittet zum Spiel
Der Entwickler brachte deshalb bereits die alternative Bezeichnung "Lord British's Ultima" ins Gespräch und würde dabei auf sein seit Jahrzehnten bekanntes Alter Ego zurückgreifen. Ob ein solches Konstrukt rechtlich Bestand hätte und wie eine Vermarktung konkret aussehen könnte, ist bislang offen.

Ultima zählt zu den wichtigsten Rollenspielreihen überhaupt und beeinflusste zahlreiche spätere Klassiker. Auch das ebenfalls von Garriott geschaffene Ultima Online gilt als wegweisend für frühe Onlinerollenspiele. Das letzte Hauptspiel, Ultima 9 – Ascension, erschien 1999.
Richard Garriott gründete 1983 mit Familienangehörigen das Entwicklerstudio Origin Systems, das neben Ultima auch die Weltraumserie Wing Commander hervorbrachte. Origin Systems wurde Anfang der 1990er Jahre von EA übernommen und später geschlossen. Es gilt als extrem unwahrscheinlich, dass Electronic Arts selbst in absehbarer Zeit einen neuen Serienteil bringt.