Lohn: Wieder Streik an drei Amazon-Standorten

Bei Amazon wird ab dem heutigen Freitag an den Standorten Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen sowie im hessischen Bad Hersfeld gestreikt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 2. November 2018 bekannt. Die Beschäftigten wollen, dass bei dem Onlinehändler die Tarifverträge des Einzelhandels durchgesetzt werden. Amazon hatte nach Angaben von Verdi(öffnet im neuen Fenster) versucht, Beschäftigten in Koblenz und Pforzheim zu untersagen, Kollegen mit Flugblättern über Streiks zu informieren. In beiden Fällen unterlag Amazon aber vor Gericht.
Verdi-Landesfachbereichsleiterin Silke Zimmer erklärte, dass viele Beschäftigte wegen der niedrigen Entlohnung Angst vor Altersarmut hätten. Der Streik werde am Samstag an beiden Standorten fortgesetzt. Das milliardenschwere Handelsunternehmen könne dies leicht zahlen. Amazon erwirtschaftete laut dem aktuellen Quartalsbericht einen Gewinn von 2,88 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um fast 30 Prozent auf 56,58 Milliarden US-Dollar.
In Bad Hersfeld beginnt der Streik mit Arbeitsbeginn der Nachtschicht zum Freitag und endet mit dem Schichtende der Spätschicht am Samstagabend. Verdi rechnet damit, dass sich etwa 600 Mitarbeiter an dem Streik beteiligen werden.
Amazon hat Löhne erhöht
"Auch wenn Amazon im September eine Lohnerhöhung von zwei Prozent bezahlt hat, ist der Abstand zum geforderten Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels Hessen nicht geringer geworden" , sagte Streikleiterin Mechthild Middeke von Verdi. "Wir machen mit den Streiks weiterhin deutlich, dass wir vom größten Versandhändler eine bessere Bezahlung fordern. Nach den bundesweiten Feiertagen ist mit einem erhöhten Volumen zu rechnen, so dass wir davon ausgehen, dass nicht alle Bestellungen zeitnah abgearbeitet werden können."
Amazon hatte im Oktober erklärt , den Mindestlohn in den USA auf 15 US-Dollar pro Stunde zu erhöhen. Das betreffe mehr als 250.000 Beschäftigte und 100.000 Saisonarbeiter. Der Mindestlohn liegt in den USA derzeit bei 7,25 US-Dollar pro Stunde. Doch damit fallen Aktienoptionenprogramm und das Prämiensystem weg.



