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Logitech G900 im Test: Die erste Maus mit Wireless-Kabel

Die G900 Chaos Spectrum, Logitechs neueste drahtlose Gaming- Maus , soll eine geringere Latenz aufweisen als kabelgebundene Mäuse. Zudem ist die G900 symmetrisch aufgebaut und trotz Akku sehr leicht.
/ Marc Sauter
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Logitech G900 Chaos Spectrum (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Logitech G900 Chaos Spectrum Bild: Martin Wolf/Golem.de

Viele Spieler sind skeptisch, wenn es um drahtlose Gaming-Mäuse geht: Zu den am häufigsten vorgebrachten Kritikpunkten zählen die Latenz der Datenübertragung, das durch den Akku bedingte Gewicht und die Laufzeit. Logitechs neue G900 Chaos Spectrum soll in den drei genannten Disziplinen überzeugen. Wir haben uns die Maus daher näher angeschaut.

Logitech G900 Chaos Spectrum – Trailer
Logitech G900 Chaos Spectrum – Trailer (00:30)

Am auffälligsten ist die symmetrische Bauweise der Chaos Spectrum, die sie für Rechts- wie Linkshänder gleichermaßen tauglich macht. Dazu gehört, dass die Daumentasten auf beiden Seitens konfigurierbar sind: Wer möchte, kann alle vier verbauen oder eben nur zwei auf einer Seite als Daumenknöpfe einsetzen. Die magnetische Halterung hält die Tasten stabil an ihrem Platz, was auch für die optionalen Blenden gilt. Werden sie gerade nicht benötigt, lagern wir sie in einer kleinen Box zusammen mit dem winzigen Funkempfänger.

Geladen wird die G900 über ein knapp zwei Meter langes Micro-USB-Kabel. Der integrierte Li-Poly-Akku fasst 720 mAh. Eine vollständige Ladung dauert rund zwei Stunden, in einer sind allerdings bereits 80 Prozent der Energie gespeichert. Logitech gibt eine Laufzeit von 32 Stunden ohne Beleuchtung an. Erstrahlen die dreistufige DPI-Anzeige und das G-Logo in RGB-Licht sollen es 24 Stunden sein. Wenn sich die Akkuladung dem Ende zuneigt, warnt die Logitech Gaming Software rechtzeitig – auch in Spielen. Unsere G900 hielt im beleuchteten Zustand das vergangene Wochenende und zwei Werktage durch.

Das sind deutlich längere Laufzeiten, als Razers aktuelle Mamba erreicht, die zudem mit 125 statt 107 Gramm schwerer ist als Logitechs G900. Die Konkurrenzmaus verfügt allerdings zugegeben über eine aufwendigere Beleuchtung, die im Betrieb mehr Energie benötigen dürfte. Beim Sensor hat sich Logitech für den optischen Pixart PMW3366 entschieden. Aus der monatelangen Praxis mit der den gleichen Sensor verwendenden G502 Proteus Spectrum(öffnet im neuen Fenster) können wir sagen, dass dieser für Spiele sehr gut geeignet ist.

Der Trick heißt Clock Tuning

Um die Daten des Sensors, der Tasten und des Scrollrades möglichst schnell an den Spiele-PC zu schicken, hat Logitech die G900 mit Clock Tuning ausgestattet. So nennt der Hersteller die selbst entwickelte Kombination aus integriertem SoC, bewusst kurzen Signallaufwegen und Timing-Abstimmungen. Das steigert die Akkulaufzeit und ist der eigentliche Trick, durch den die G900 laut Logitech sogar eine geringere Latenz erreichen soll als kabelgebundene Mäuse.

Da im drahtlosen Zustand die 2,4-GHz-Funkverbindung eventuell durch Router-Signale eines g/n-Modells gestört werden könnte, hat Logitech an dieser Stelle optimiert und konnte laut eigener Aussage die Qualität deutlich über das Niveau von Konkurrenzprodukten bringen. Dergleichen ohne aufwendige Labormessungen zu überprüfen ist unmöglich, Aussetzer konnten wir im mehrtägigen Betrieb mit g/n-Netzwerk jedoch keine feststellen.

Der Druckpunkt der Haupt- und Daumentasten ist sauber und direkt, mit einem satten Klick schalten wir zudem zwischen frei drehendem und knackig gerastertem Scrollrad um. Generell eignet sich die G900 eher für Spieler mit Fingertip- und Claw-Grip sowie mittleren bis großen Händen, uns ist sie ein bisschen zu breit und zu lang. Ob als Low- oder High-Sense-Typ gespielt wird, macht praktisch keinen Unterschied, da der verwendete Pixart-PMW3366-Sensor zwischen 400 und 12.000 DPI eingestellt werden kann.

Alle Einstellungen erfolgen in Logitechs Gaming Software, von der uns der Hersteller für den Test eine Vorabversion zur Verfügung stellte. Die Optionen reichen von den Tastenzuweisungen, den DPI-Stufen und der Polling-Rate über Makros, die Art sowie die Farbe der Beleuchtung bis hin zu einer detaillierten Akkuanzeige und der obligatorischen Untergrundkalibrierung.

Verfügbarkeit und Fazit

Logitech verkauft die G900 Chaos Spectrum ab April 2016 zum Listenpreis von 180 Euro(öffnet im neuen Fenster) . Das erscheint viel, entspricht aber dem, was Razer für die schon länger erhältliche Mamba oder Steelseries für die Sensei Wireless aufrufen. Interessant dürfte allerdings werden, wo sich in einigen Wochen der Straßenpreis der noch nicht verfügbaren G900 einpendelt.

Fazit

Drahtlos, geringes Gewicht, schneller Pixart-Sensor, hohe Akkulaufzeit, symmetrisches Design, wechselbare Seitentasten, niedrige Latenz: Die G900 Chaos Spectrum überzeugt und gehört technisch zu den besten Gaming-Mäusen auf dem Markt. Die Vorteile einer Funkverbindung wie das fehlende Kabel samt Mouse-Bungee auf dem Schreibtisch sprechen ebenfalls für sie.

Obendrein hat Logitech die G900 Chaos Spectrum mit vielen typischen Gaming-Features ausgestattet, die der Markt (vermeintlich) fordert. Dazu zählen eine DPI-Umschaltung, eine RGB-Beleuchtung, eine anpassbare Polling-Rate und eine Untergrundkalibrierung. Die Ergonomie ist wie üblich Geschmackssache, allerdings eignet sich die G900 Chaos Spectrum anders als die vom Innenleben her ähnliche G502 Proteus Spectrum eben auch für Linkshänder.

Als nächsten Schritt bei drahtlosen Mäusen wünschen wir uns das induktive Mauspad, damit die Maus ganz ohne Kabel verwendet werden kann.


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