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Logitech G Cloud im Test: Das Spielt-fast-alles-Handheld fürs Sofa

Geforce Now , Xbox und sogar die Playstation können wir remote verwenden: Golem.de hat Spielestreaming mit dem Logitech G Cloud getestet.
/ Peter Steinlechner
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Das Logitech G Cloud im Einsatz (Fortnite über Xbox Cloud Gaming) (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
Das Logitech G Cloud im Einsatz (Fortnite über Xbox Cloud Gaming) Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

Seit Herbst 2022 gibt es das Logitech G Cloud in den USA, nun ist das Handheld für Gaming auch in Europa erhältlich. Auf den ersten Blick erinnert das Gerät an die Nintendo Switch, aber es gibt ein paar fundamentale Unterschiede. Der wichtigste Unterschied: Das G Cloud ist primär für Spielestreaming gedacht.

Mit Spielestreaming meinen wir hier zwei Dinge, die einigermaßen unterschiedlich sind. Das eine ist Cloud Gaming, also das Übertragen von Games aus einer Serverfarm zu uns. Logitech bietet diese Möglichkeit, vorinstalliert sind die Apps von Xbox Cloud Gaming und Geforce Now.

Das andere meint sogenanntes Remote Play: Da werden die Spiele auf unserem eigenen PC oder der Konsole in unserem Wohnzimmer ausgeführt und dann drahtlos auf das G Cloud übertragen. Das Handheld von Logitech hat hier Xbox (eine zweite App) und Steam Link vorinstalliert.

Um diese Angebote zu nutzen, müssen wir uns anmelden und alle weiteren Kosten tragen, also bei Xbox Cloud Gaming die Mitgliedschaft von Xbox Game Pass Ultimate bezahlen - rund 15 Euro/Monat. Die Verwendung von Remote Play zu Hause ist kostenlos möglich.

Einzige Ausnahme: Wenn wir Inhalte von unserer Playstation 4 oder 5 auf das Handheld streamen möchten, müssen wir eine von Sony nicht unterstützte App namens PS Play(öffnet im neuen Fenster) für rund 7 Euro im Google Play Store kaufen.

Damit hat das Übertragen von Games von der PS5 auf das Handheld zu Hause auf Anhieb geklappt. Im Prinzip können wir uns nun die Anschaffung des für Herbst 2023 angekündigten Sony-Handhelds Project Q ersparen - sofern das Gerät nicht Funktionen oder Vorteile bietet, von denen wir noch nichts wissen.

Alternativ können wir auf dem G Cloud eine von Sony kostenlos angebotene App namens PS Remote Play(öffnet im neuen Fenster) verwenden. Bei der können wir die Spiele allerdings nur mit virtuellen Overlay-Tasten bedienen, was wenig Spaß macht.

Wer sich über Hinweise wie den Google Play Store wundert: Das G Cloud ist eigentlich ein fast normales Tablet mit Android 11, bei dem zusätzlich ein an den Xbox Wireless Controller angelehntes Gamepad integriert ist.

Der Browser Chrome ist vorinstalliert. Auch sonst gibt es, abgesehen vom Formfaktor, keine Besonderheiten. Bei der Ersteinrichtung müssen wir uns zwischen einem Tablet-Modus und dem "Handheld-Modus (Für Gamer!)" entscheiden.

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Die Hardware liegt prima in der Hand, alle wichtigen Tasten und die Analogsticks sind gut erreichbar. Das IPS-LCD-Display hat eine Leuchtkraft von 450 Nits, eine Diagonale von 7 Zoll (16:9 mit 60 Hz) und eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel, also Full-HD.

Logitech G Cloud Gaming Handheld - Trailer
Logitech G Cloud Gaming Handheld - Trailer (00:51)

Das ist nicht wirklich viel, aber mehr wäre speziell beim Spielestreaming gar nicht so sinnvoll, weil dann gleich das Datenvolumen in die Höhe gehen würde.

Der Akku hält laut Logitech beim Streaming um die zwölf Stunden durch, was uns nur minimal übertrieben erscheint. Wenn wir Anwendungen oder Spiele aus dem Google Play Store verwenden, fällt die Laufzeit etwas kürzer aus.

Logitech G Cloud: Verfügbarkeit und Fazit

Allerdings reichen die ARM-CPU Snapdragon 720G und der Adreno-Grafikchip sowie die 4-Gigabyte-Arbeitsspeicher sowieso nur für einfache Titel - das G Cloud ist für Spielestreaming gemacht. Es unterstützt IEEE 802.11a/b/g/n/ac, also das, was meist als Wlan 5 bezeichnet wird, aber nicht das neuere Wlan 6.

Der Sound ist relativ knackig, er kommt primär aus zwei kleinen Öffnungen an der unteren Gerätekante. Die Lautstärke können wir über einen Hardware-Regler einstellen. Schade: Es gibt keinen Regler für die Helligkeit, hierzu müssen wir ins Optionenmenü.

Das Handheld ist rund 257 Millimeter breit, 117 Millimeter hoch und 33 Millimeter dick. Das Gewicht liegt bei 462 Gramm. Zum Vergleich: Die ungefähr gleich große Nintendo Switch (OLED) wiegt rund 420 Gramm, das Steam Deck rund 669 Gramm.

Das Logitech G Cloud ist nur in Weiß verfügbar, der Preis liegt bei rund 360 Euro. Die Packung enthält neben einer Kurzanleitung einen Ladestecker sowie ein Kabel (USB-C auf USB-A). Weiteres Zubehör ist nicht nötig, bislang gibt es auch keine speziellen Taschen oder ähnliches.

Fazit

Einschalten und loslegen wie mit einer Nintendo Switch klappt mit dem Logitech G Cloud nicht so richtig gut. Das Handheld ist beim momentanen Stand des Spielestreaming eher etwas für Nutzer, die schon mal Geforce Now mit Steam verknüpft haben oder die bereits wissen, dass es beim Xbox Cloud Gaming mit schlechtem Netz halt zu Rucklern kommt.

Wenn man sich auskennt, kann man mit dem G Cloud aber viel Spaß haben. Das Handheld liegt komfortabel und nicht zu schwer in der Hand, der Bildschirm ist gut und die Steuerung richtig klasse. Die Tasten und Sticks finden wir angenehmer zu bedienen als die von der Switch, die Akkulaufzeit ist für die meisten Szenarien mehr als ausreichend.

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Das größte Lob bekommt Logitech schlicht dafür, dass die Optionen durchdacht sind und es keine unnötigen Beschränkungen und Gängeleien gibt. Zwar wäre Wifi 6 (ax) bei einem solchen Gerät wünschenswert, aber die nächsten paar Jahre wird der ac-Standard ausreichen.

Das Logitech G Cloud ist auch angesichts des recht hohen Preises kein Gerät, das wir uns einfach mal so zum Rumprobieren kaufen würden. Aber mit klaren Vorstellungen davon, welche Spiele man auf welchem Weg streamen möchte, ist es eine echte Empfehlung.


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