Mehr Risiko für Identitätsdiebstahl

Allerdings könnten die Partnerseiten künftig darauf bestehen, dass bestimmte Daten beim Login übertragen werden und dass der Verimi-Nutzer zuverlässig identifiziert ist. Das ist bislang erst bei bestimmten Anwendungen mit Banken, Unternehmen oder der öffentlichen Verwaltung erforderlich. Verimi nutzt dazu Identifizierungsmethoden wie eID, Video-Ident oder die Identifizierung über die Hausbank. "Ziel ist einzig und allein, dem Nutzer so Vorteile bei digitalen Prozessen zu ermöglichen und seine Sicherheit zu erhöhen. Bei Verimi entscheidet immer der Nutzer selbstbestimmt, wie und wann er Daten einsetzt", sagt Enke.

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Bei einer gesetzlichen Klarnamen- oder Identifizierungspflicht wäre es mit der selbstbestimmten Entscheidung jedoch vorbei. Schon aus Gründen des Datenschutzes dürften viele Nutzer davor zurückschrecken, sich bei allen möglichen Diensten mit vollständigen Dokumenten zu identifizieren. Eine SSO-Lösung wäre daher für die Nutzer attraktiver.

ID4me plant Nutzeridentifikation

Der Login-Dienst ID4me wäre derzeit noch nicht dafür geeignet. ID4me ist eine domainbasierte, dezentrale und offene SSO-Lösung, bei der die Nutzer die volle Kontrolle über ihre Daten behalten sollen. "Grundsätzlich schreibt das Protokoll keine Verifizierung vor. Da kann man reinschreiben, was man will", sagte Verwaltungsratmitglied Thomas Keller von 1&1 Ionos im Gespräch mit Golem.de und fügte hinzu: "Da bauen wir gerade noch einen Schritt ein, bei dem wir sagen: Wir hängen an diese Informationen, sofern der Kunde es will, noch eine Entität an, die tatsächlich auch nachweisen kann, dass diese Daten dieser Person gehören und authentisch sind."

Doch da ID4me prinzipiell eine Identifizierung über einen Domain-Registrar ermöglicht, ist wie beim teilnehmenden Webhoster 1&1 Ionos eine angemeldete Domain erforderlich, um den Dienst nutzen zu können. Über diese Domain können dann allerdings verschiedene neue "digitale Identitäten" angelegt werden. Der Vorteil von ID4me: Die dezentrale Lösung verhindert, dass Hacker auf einen Schlag an Daten sämtlicher Nutzer gelangen könnten. Das war in Südkorea gelungen, nachdem das Land im Jahr 2007 eine Identifizierungspflicht eingeführt hatte.

Inzwischen bietet der Mailprovider Mailbox.org ebenfalls eine Identifizierung über ID4me an. Allerdings wirbt Mailbox.org damit, dass E-Mail-Konten anonym angelegt werden könnten. Das wäre mit einer Klarnamenpflicht nicht vereinbar.

De-Mail als Lösung?

Mehr für den Massenmarkt ist hingegen NetID konzipiert. Dahinter stehen große Mailprovider wie GMX und Web.de sowie Medienunternehmen wie RTL und ProSiebenSat1. Für die Nutzung von NetID ist bislang keine Identitätsprüfung vorgesehen. Allerdings haben GMX und Web.de eine solche Prüfung für den Dienst De-Mail integriert. Dabei erfolgt die Identifizierung über das sogenannte Home-Ident-Verfahren. Ein Mitarbeiter des Dienstleisters ID 8 sucht den Nutzer zu Hause auf, um dessen Identität zu überprüfen.

Der Vorteil einer De-Mail-Adresse beim Thema Klarnamenpflicht: "Die De-Mail-Adresse einer Privatperson basiert grundsätzlich auf deren Namen (...). Der Vorname kann in der De-Mail Adresse abgekürzt werden", heißt es bei GMX. Das bedeutet: Wenn sich ein Nutzer mit einer De-Mail-Adresse registriert, wüssten die Anbieter zumindest, welcher Nachname dahinter steckt. Über den Anbieter ließe sich der Nutzer dann identifizieren.

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 Login-Dienste: Wer von der Klarnamenpflicht profitieren könnteKaum politische Mehrheiten für Klarnamenpflicht 
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Da hast du eventuell falsch gefragt, der Anwalt der RA wird nicht unbedingt motiviert...

derh0ns 20. Feb 2020

Es ja jetzt schon so, dasss in der EU als Hobby eigentlich keinen Webdienst mehr...


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