Abo
  • Services:

Logdateien: Facebook sichert sich Anrufmetadaten von Androidnutzern

Das soziale Netzwerk Facebook ist weiter massiver Kritik ausgesetzt. Das sorgt dafür, dass einzelne Nutzer sich sehr genau anschauen, was im Netzwerk passiert. Einer entdeckte dabei, dass die App sich Daten der Telefonhistorie über Jahre sicherte. Ars Technica bestätigt dies und Facebook weicht aus.

Artikel veröffentlicht am ,
Facebook in der Kritik (Symbolbild).
Facebook in der Kritik (Symbolbild). (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Nach dem Datenskandal um 50 Millionen ausgeleitete Facebook-Datensätze an Cambridge Analytica schauen sich einige Nutzer sehr genau an, was das Unternehmen über ihre Anwender an weiteren Daten sammelt. Wie sich nun herausstellte, sammelte Facebook jahrelang Anrufmetadaten von Android-Nutzern ein, wie Ars Technica berichtet und selbst bestätigt. Wer die App in den vergangenen Jahren installiert hat und ihr die Rechte gab, auf Logdateien des Kurznachrichtenservices SMS sowie auf die Logs von Telefonaten zuzugreifen, der findet diese Daten offenbar später auch in seinen Facebook-Daten. Diese Informationen werden an das soziale Netzwerk hochgeladen.

Stellenmarkt
  1. Tebis AG, Martinsried bei München
  2. BWI GmbH, Bonn, Meckenheim

Sean Gallaghar von Ars Technica fand, wie seine Hinweisgeber, detaillierte Informationen über Facebook darüber, wen er angerufen und wem er eine Kurznachricht geschickt hat. Auch der Empfang wird bei Facebook dokumentiert. Gallaghar fand Daten eines bestimmten Android-Geräts im Zeitraum von 2015 und 2016 samt namentlicher Zuordnung der jeweiligen Anrufe und kurzen gesendeten Mitteilungen. Die gesammelten Daten sind also recht alt und Facebook hat sie über Jahre nicht entfernt.

Facebook sieht normale Vorgänge

In einer Stellungnahme von Facebook auf Nachfrage von Ars Technica stellt das Unternehmen dies als normalen Vorgang dar. Zum einen betont das Unternehmen, dass die Daten freiwillig von den Nutzern hochgeladen worden seien, da die App nach entsprechenden Zugriffsrechten frage. Zum anderen sei es Gang und Gäbe, dass Kontaktdaten hochgeladen würden. Letzteres ist tatsächlich allgemein bekannt. Facebook nutzte die Kontaktdaten auch aktiv zur Manipulation von Kontakteinträgen in Smartphones. Dass allerdings Logs kopiert werden, dürfte nur wenigen Anwendern bewusst sein, wenn sie der App entsprechende Rechte einräumen. Die Daten bleiben auch bei Facebook, wenn der Anwender seine Facebook-App vom Telefon löscht. Ob Daten auch von anderen Facebook-Diensten, dazu gehören auch Instagram und Whatsapp, verstärkt gesammelt wurden, ist bisher nicht bekannt.

Ars Technica fand auch heraus, dass das Verhalten des Sammelns von Logdaten abgestellt wurde. Seit Oktober 2017 unterstützt Google eine wichtige API nicht mehr aktiv (Status: Deprecated), die für das Sammeln der Daten notwendig ist. Facebook selbst hat mit dem Wechsel einer API ebenfalls schon vorher mit dem Sammeln aufgehört. Laut Ars Technica sind die jüngsten Daten, die Facebook bei einzelnen Nutzern sammelte, vom Oktober 2017. Nutzer von Apple-Smartphones sind grundsätzlich nicht betroffen.

Ob sich die Daten löschen lassen, konnte Ars Technica-Redakteur Gallagher bisher nicht herausfinden. Er hat es zwar versucht, das funktionierte aber nicht. Möglicherweise ist es aber auch ein Cache-Problem der bei Facebook herunterladbaren Daten. Wer sich für seine Daten interessiert, kann sie im Facebook-Zugang in den allgemeinen Einstellungen herunterladen. Ein Hilfeeintrag von Facebook listet auf, welche Daten zu erwarten sind. Die Metadaten von Anrufen sind dort jedoch nicht gelistet. Zudem sind nicht alle Daten in dem Download-Paket gespeichert. Manches findet sich nur im Aktivitätslog.

Zuckerberg muss sich der Presse stellen

Der Datenskandal sorgt für einige harsche Reaktionen von verschiedenen Nutzern. Mancher verlässt das Netzwerk sogar. Eine Massenabwanderung gibt es derzeit allerdings nicht. Vor kurzem wurden zudem die Büros von Cambdrige Analytica durchsucht. In sehr wenigen Fällen verlassen auch Unternehmen Facebook. Elon Musk ließ die die Unternehmenspräsenz von Tesla und SpaceX deaktivieren. Musk verzichtet so auf eine Reichweite von mehreren Millionen Nutzern. Mozilla wird zudem seine Werbemaßnahmen in dem Netzwerk pausieren. Grund sind Unklarheiten zu Einstellungen und deren Auswirkungen, nachdem Facebook einer Darstellung von Mozilla widersprach.

Die Situation ist für Facebook mittlerweile so unangenehm, dass der Chef des Unternehmens, Mark Zuckerberg, sogar CNN ein Interview gab.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 249,00€
  2. 264,00€
  3. ab 479€

IT-Nerd-86 27. Mär 2018

Es geht darum, wann ich mit wem und wie oft Kontakt habe.

XoGuSi 26. Mär 2018

Es kommt darauf an, wie es eingesetzt wird. Genauso wie bei anderen Sachen. Alkohol ist...

XoGuSi 26. Mär 2018

Beobachte ich schon seit Jahren bei immer mehr Anbietern. Man kann freiwillig sein...

neokawasaki 26. Mär 2018

Weiter, weiter! Ich fühle mich prächtig unterhalten :D

Legendenkiller 26. Mär 2018

nicht hoffen das FB down geht sondern Handeln. z.b. mit seinen Freuden eine neuen...


Folgen Sie uns
       


Pocophone F1 - Test

Das Pocophone F1 gehört zu den günstigsten Topsmartphones auf dem Markt - nur 330 Euro müssen Käufer für das Gerät bezahlen. Dafür bekommen sie eine Dualkamera und einen Snapdragon 845. Wer mit ein paar Kompromissen leben kann, macht mit dem Smartphone nichts falsch.

Pocophone F1 - Test Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

    •  /