Log4shell: Alibaba hätte Log4J-Lücke schneller an China melden müssen

Die chinesische Regierung wirft Alibaba aus einem Sicherheitsgremium, weil es die Log4j-Scherheitslücke nicht zeitnah an die Behörde gemeldet hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Sicherheitslücken sollen zuerst bei der chinesischen Regierung gemeldet werden.
Sicherheitslücken sollen zuerst bei der chinesischen Regierung gemeldet werden. (Bild: Chickenonline/Pixabay)

Die chinesische Regierung straft die Alibaba Cloud für ihren Umgang mit der Log4j-Sicherheitslücke ab. Laut Medienberichten wurde dem Unternehmen die Mitgliedschaft in dem Sicherheitsgremium des Ministeriums für Industrie und Informationstechnik (MIIT) für sechs Monate entzogen.

Dabei hatte die Apache Software Foundation Chen Zhaojun von Alibabas Cloud Security Team für die Entdeckung und Meldung der Log4j-Sicherheitslücke, die auch Log4Shell genannt wird, in ihren Sicherheitshinweisen genannt. Laut dem Onlinemagazin ZDnet kritisiert die chinesische Regierung, dass eine Meldung an das Ministerium nicht rechtzeitig erfolgt ist. Demnach hatte Alibaba am 24. November 2021 zwar Apache informiert, nicht aber das MIIT. Dieses soll erst Tage später von Dritten von der Sicherheitslücke erfahren haben.

Alibaba unterstütze daher die Bemühungen des Ministeriums zum Management von Bedrohungen der Netzwerksicherheit und Schwachstellen nicht wirksam, heißt es von Seiten der chinesischen Regierung. Nun wird Alibaba sechs Monate von einem Gremium des Ministeriums ausgeschlossen, in dem Threat-Intelligence-Informationen geteilt werden.

Sicherheitslücken innerhalb von zwei Tagen an die chinesische Regierung melden

Laut der Zeitung South China Morning Post verpflichtet ein neues Gesetz die Unternehmen, Sicherheitslücken an die chinesische Regierung zu melden. Dies müsse zudem innerhalb von zwei Tagen geschehen, ergänzt ZDnet. Laut der South China Morning Post ermuntere dies die Unternehmen, Sicherheitslücken zuerst an die Regierung zu melden.

Allerdings haben Regierungen nicht nur oder immer ein Interesse an der schnellen Behebung einer Sicherheitslücke. Immerhin kann diese beispielsweise von Geheimdiensten genutzt werden. Selbst wenn eine Sicherheitslücke schnell behoben wird, bleibt der Regierung respektive dem Geheimdienst ein Zeitfenster zwischen Meldung der Sicherheitslücke und Veröffentlichung eines Patches, in dem diese aktiv ausgenutzt werden kann.

Ähnliches wurde auch bei der Proxylogon-Sicherheitslücke in Microsofts E-Mail-Server-Software Exchange kritisiert. Damals wurden Sicherheitsfirmen und staatliche Stellen vorab über die Sicherheitslücke informiert. Spekuliert wird, dass auch Geheimdienste wie die NSA auf diese Weise an Vorabinformationen kamen. Die Sicherheitslücke wurde noch vor der Veröffentlichung eines Patches massenhaft ausgenutzt.

Nachtrag vom 23. Dezember 2021, 13:30 Uhr

Ursprünglich hieß es im Artikel, dass Alibaba die Sicherheitslücke zuerst an chinesische Behörden hätte melden müssen. Die Information beruhte auf einem Übersetzungsfehler, den wir im Artikel nun korrigiert haben.

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anonymous_bosch 25. Dez 2021

Well played, China.

Vögelchen 25. Dez 2021

Es gibt halt gute Gründe, die Lücke zuerst dem Hersteller zu melden und nicht...

ElMario 24. Dez 2021

...hätten dann ja nicht soviel davon gehabt.

TodesBrote 24. Dez 2021

Wer versteht was mit der Lücke angerichtet werden kann, der wird sicherlich nicht so...



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