Log-in-Sperre bei Yahoo: "Versuchen Sie es bitte in 1 Stunde noch einmal"

Die Meldung erscheint bereits nach Eingabe des Usernamens und beispielsweise nicht erst, wenn man das Passwort falsch eingegeben hat. Das Log-in funktioniert erst exakt nach einer Stunde wieder. Cookies zu löschen oder einen anderen Webbrowser zu benutzen, löst das Problem nicht – schwierig, wenn man gerade Zugriff auf seine Mails benötigt und nicht erst eine Stunde warten will. Wir haben bei der Yahoo-Pressestelle in den USA nachgefragt, warum diese Meldung erscheint.
Demnach handelt es sich um einen Schutzmechanismus: Registriert Yahoo einen Anmeldeversuch von einem Ort, von dem man sich üblicherweise nicht anmeldet, wird der Zugriff auf das Konto für eine Stunde gesperrt.
Der Grund: Sollten Kriminelle hinter dem Anmeldeversuch stehen, können sie nicht per Durchprobieren von Passwörtern Zugriff aufs Konto bekommen. So weit die Theorie. In der Praxis wird man als rechtmäßiger Accountinhaber jedoch auch ausgesperrt – zumindest für eine Stunde und nach eigener Erfahrung nicht nur, wenn man sich von einem unüblichen Ort einloggen will.
Yahoo empfiehlt, Cookies nicht zu löschen
Laut der Pressestelle besteht eine Lösung darin, Cache und Cookies für Yahoo im Webbrowser nicht zu löschen: Dann soll die einstündige Log-in-Sperre in Zukunft nicht mehr auftreten. Auch die Aktivierung von 2FA bei Yahoo soll Anmeldeproblemen entgegenwirken, wie der Anbieter auf seiner Hilfeseite schreibt(öffnet im neuen Fenster) .
In Zeiten exzessiven Trackings im Netz durch Webseitenanbieter dürfte es für viele zum Standard gehören, Cookies regelmäßig zu löschen. Auch Daten wie beispielsweise eine Mobilfunknummer für 2FA will man nicht unbedingt hinterlegen. Daher ist die Vorgehensweise des Unternehmens selbst bei gutem Willen nur bedingt nachvollziehbar. Die Frage ist, ob mit der Implementierung der pauschalen Accountsperre von einer Stunde wirklich die Sicherheit im Vordergrund steht oder ob dahinter nicht noch etwas anderes steckt.
Da die temporäre Sperre willkürlich aufzutreten scheint, und selbstverständlich meistens dann, wenn man es gerade nicht brauchen kann, gleicht das Log-in bei Yahoo derzeit eher einem Glücksspiel. Sehr zuverlässig ist das nicht, so dass Nutzer sich überlegen könnten, bei Diensten, die sie häufig nutzen, eine Mailadresse bei einem anderen Anbieter zu hinterlegen.