Load Impact: Lasttests ganz einfach
Mit dem Erfolg kommen für Onlineangebote oft auch Probleme, und zwar dann, wenn die eigene Infrastruktur dem Ansturm der Nutzer nicht gewachsen ist. So manch einer hat schon in Fernsehwerbung investiert, nur um festzustellen, dass der eigene Shop nach Ausstrahlung des ersten Werbespots wegen Überlastung nicht mehr erreichbar war. Wer das verhindern will, sollte vorher testen, was seine Infrastruktur aushält.
Doch sinnvolle Lasttests sind nicht einfach, denn es reicht selten aus, Apachebench(öffnet im neuen Fenster) zu starten und ein paar Zugriffe zu simulieren. Denn echte Nutzer verhalten sich anders und wer viele von ihnen simulieren will, benötigt auch einige Server, nur um die Nutzerlast zu simulieren.
Lasttests als Cloud-Dienst
Das aus Schweden stammende Unternehmen Load Impact(öffnet im neuen Fenster) verspricht Abhilfe und bietet Lasttests als Cloud-Dienst an. Mit Load Impact lassen sich echte Benutzerströme simulieren, also Nutzer, die nicht nur die Homepage eines Onlineshops aufrufen, sondern beispielsweise auch ein paar Objekte in den Warenkorb legen und diese am Ende kaufen. Im Gespräch mit Golem.de kündigt Load-Impact-Chef Ragnar Lönn zwei Neuerungen an.
Load Impact selbst hostet seine Server bei Amazon Web Services, so dass sich Nutzerströme aus verschiedenen Regionen simulieren lassen. Technisch umgesetzt wird das Ganze mit Hilfe von Curl.
Um echten Traffic zu simulieren, kann das Verhalten eines Nutzers direkt im Browser ausgezeichnet werden. Die Software erstellt daraus ein Lua-Script, das auf Wunsch auch angepasst werden kann, beispielsweise um dafür zu sorgen, dass nicht alle simulierten Nutzer das gleiche Nutzerkonto verwenden und die gleichen Artikel kaufen. Derzeit arbeiten die Load-Impact-Entwickler an einer Integration von Google Analytics, damit Nutzer echte Trafficmuster importieren können.
Parallel zum Lasttest lassen sich auf den getesteten Servern Daten sammeln. Für die Server Metrics genannte Funktion muss ein Agent auf den Servern installiert werden, der dann Daten sammelt, beispielsweise CPU-Last, Latenz der Festplattenzugriffe oder die Speicherauslastung. Die Software ist kompatibel mit Nagios, so dass sich sämtliche Nagios-Plugins zum Sammeln von Daten nutzen lassen.
Einfacher als andere
Im Vergleich zu komplexen Lösungen wie HP Loadrunner(öffnet im neuen Fenster) solle Load Impact vor allem einfacher zu nutzen sein, sagt Lönn im Gespräch mit Golem.de. Auch ohne nennenswerte Kenntnisse sollen sich mit Load Impact sinnvolle Lasttests umsetzen lassen, ohne dass erfahrene Nutzer auf Funktionen verzichten müssen. So bietet Load Impact neben seinem Webfrontend auch ein API an, über das sich Lasttests automatisiert steuern lassen.
Load Impact rechnet nach Nutzung ab, der Preis richtet sich nach der Zahl der simulierten Nutzer, der eingestellten Laufzeit des Lasttests und der Zahl an Tests, die jeweils durchgeführt werden sollen. Kunden von Load Impact erwerben dafür Credits, die dann für die Lasttests eingesetzt werden können. Je mehr Credits auf einmal gekauft werden, desto günstiger sind sie. Jeder Nutzer erhält im Monat 5 Credits kostenlos, was aber nur für kleine Tests mit wenigen Nutzern und kurzer Laufzeit ausreicht. Für umfangreiche Tests mit mehreren 10.000 gleichzeitigen Nutzern, die längere Zeit laufen, können durchaus 1.000 Euro und mehr anfallen.
Alternativ will Load Impact auch ein Flatrate-Modell mit einer monatlichen Gebühr anbieten. Noch experimentiert das Unternehmen mit der Preisfindung, auf Nachfrage sollen Interessierte aber schon jetzt eine Flatrate buchen können, wie Lönn sagte. Was beispielsweise für Agenturen und Provider interessant sein, die regelmäßig Kundenprojekte testen wollen.
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