LLVM 6.0: Clang bekommt Maßnahme gegen Spectre-Angriff
Die neue Version 6.0 der LLVM-Compiler-Infrastruktur ist erschienen. Das berichten die Projektverantwortlichen auf ihrer Webseite(öffnet im neuen Fenster) . Die wichtigste Neuerung ist die Einführung einer Retpoline-Kompilierungsoption. Dieser Parameter soll gegen die Kernelangriffe durch die CPU-Sicherheitslücke Spectre – genau genommen dem Teilangriff Branch Target Injection – helfen.
Stackoverflow-Community-Mitglied Tobias Ribizel erklärt den Retpoline-Ansatz in einem Post(öffnet im neuen Fenster) . Dieser emuliert eine Endlosschleife von Anweisungen im Cache des Prozessors, die spekulative Ausführung und damit den möglichen Zugriff auf eigentlich geschützte Speicheradressen verhindern sollen.
Mit der Neuerung zieht auch der C-Sprachfamilien-Compiler Clang mit der Alternative GCC gleich. Google spielte den Retpolines-Fix laut dem Onlinemagazin Pro-Linux.de(öffnet im neuen Fenster) dort bereits ein. Googles eigener Browser Chrome wird auch in der Windows-Version künftig mit dem LLVM-Produkt-Clang kompiliert . Der Schutz vor Branch Target Injection ist also eine gute Nachricht für dessen Nutzer.
Verbesserte Diagnose beim kompilieren
Weitere Neuerungen gibt es bei den Diagnosewerkzeugen in Clang. Die Warnung Wpragma-pack kann auf Fehler im Quelltext hinweisen, beispielsweise wenn Speicherzuweisungen (Alignments) vor einem Bibliothekenimport #include sich von Zuweisungen nach diesem Befehlssatz unterscheiden. Zusätzlich gibt es mehrere Null-Pointer-Behandlungen, wenn etwa eine Zeigerarithmetik auf einen leeren Wert verweist. Außerdem gibt es neue Compiler-Flags wie das bereits genannte -mretpoline gegen Spectre.
Die neue Version 6.0 von LLVM kann auf der offiziellen Seite heruntergeladen werden. Wie alle vorigen Versionen ist die Compilerinfrastruktur Open Source und frei nutzbar. Detaillierte Patch-Notes stellt die Organisation auf der eigenen Homepage zur Verfügung.
- Anzeige Hier geht es zu C++: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.