LKW: Tschechisches Brünn will Amazon-Lager nicht haben
Der Plan Amazons, ein großes Lager im tschechischen Brünn zu errichten, ist am Widerstand der örtlichen Behörden und der Bevölkerung gescheitert. Das berichtet die Tageszeitung Hospodářské Noviny(öffnet im neuen Fenster) laut Übersetzung von Eurotopics(öffnet im neuen Fenster) . Trotz der Schaffung von 1.500 Arbeitsplätzen hätten sich die Anwohner gegen die Belastung durch die Tag und Nacht an- und abfahrenden LKW gewehrt.
Amazon-Europa-Manager Tim Collins will nun einen anderen Standort in der Tschechischen Republik finden.
Amazon hatte im Oktober 2013 erklärt, drei große Warendepots in Polen zu planen. Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de, dass die Logistikzentren zunächst hauptsächlich nach Deutschland liefern sollten und erst später an Kunden aus anderen europäischen Ländern. Die Ankündigung war auch als indirekte Drohung gegen die bei Verdi organisierten Lagerarbeiter gesehen worden, die mit ihrem seit Monaten dauernden Arbeitskampf höhere Löhne durchsetzen wollen.
Zwei weitere Logistikstandorte seien in der Tschechischen Republik geplant. Ein neues Amazon-Lager werde in der Nähe des Prager Flughafens vorbereitet.
In Deutschland wollen Streikende und ihre Gewerkschaft einen Tarifvertrag bei Amazon durchsetzen für die Branche durchsetzen. Die Geschäftsführung sieht Amazon jedoch als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen ab. An keinem der deutschen Standorte gibt es eine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das laut Verdi deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.



