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Die Videolan-Community vereint einen großten Teil der freien Software zur Multimediaunterstützung.
Die Videolan-Community vereint einen großten Teil der freien Software zur Multimediaunterstützung. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Lizenzkostenfreier Videocodec: Aus drei mach eins

Die Videolan-Community vereint einen großten Teil der freien Software zur Multimediaunterstützung.
Die Videolan-Community vereint einen großten Teil der freien Software zur Multimediaunterstützung. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

In der Alliance for Open Media wollen Webfirmen einen neuen freien Videocodec erstellen, wofür es jedoch gleich drei mögliche Kandidaten gibt. Deren Entwickler sagen auf der VLC-Jahreskonferenz zwar, dass es noch keine konkreten Pläne für eine Zusammenarbeit gebe, tatsächlich hat die aber schon längst begonnen.
Von Sebastian Grüner

Mit den Videocodecs Daala, Thor und VP10 von Mozilla, Cisco und Google bieten sich gleich drei Mitwirkende für einen lizenzkostenfreien Codec an, wie ihn das vor drei Wochen gegründete Industriekonsortium Alliance for Open Media (Aomedia) erstellen möchte. Die Beteiligten an den Videocodecs wiederholen in ihren Vorträgen auf der Videolan-Jahreskonferenz VDD jedoch geradezu mantraartig, dass es für eine Zusammenarbeit noch keine konkreten Pläne gebe. Damit enttäuschten sie die Erwartungen bei einigen im Publikum.

Vor allem der Google-Angestellte und VP10-Teamleiter Alex Converse verhält sich - auch im Gespräch mit Golem.de - sehr zurückhaltend. Bis auf die Details zu dem eigentlichen Codec, die er schon in seinem Vortrag genannt habe, könne er einfach nicht mehr verraten, selbst wenn er wollte. Hauptgrund dafür ist vermutlich die gewohnt strikte Geheimhaltung von Interna bei Google.

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Vollgekritzelte Servietten

Converse betont aber, dass prinzipiell auch noch nichts zu einer möglichen Zusammenarbeit der in der Aomedia organisierten Unternehmen gesagt werden könne, da ein Plan dazu zurzeit erst noch entstehe. Die Entwickler führen aber auf der VDD immerhin fundierte Fachgespräche miteinander und erklären sich gegenseitig die theoretischen Ansätze ihrer jeweiligen Codecs. Dazu werden notfalls auch die Servietten im Restaurant vollgeschrieben.

Statt an eigenen Lösungen für einen Nachfolger oder Konkurrenz zu HEVC alias H.265 zu arbeiten, will Aomedia einen standardisierten Videocodec für das Web erstellen. Er soll allen Anforderungen an die Technik gerecht werden, aber vor allem als freie Software und ohne Lizenzgebühren zur Verfügung stehen. Zu den Gründern des Industriegremiums gehört neben Mozilla, Google und Cisco Microsoft, dessen Entwicklung sich in den vergangenen Jahren immer mehr geöffnet hat.

Auch der Chiphersteller Intel ist dabei. Er dürfte ein besonderes Interesse daran haben, die Routinen zur Videocodierung in seiner Hardware zu nutzen. Beteiligt sind außerdem Amazon und Netflix, zwei der international erfolgreichsten Streaminganbieter.

Ein Videocodec als Puzzlespiel

Wie über die Fachgespräche auf der VDD hinaus die aktive Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Videocodec aussehen könnte, demonstrieren Mozilla und Cisco, die ihren bisherigen Code der Netvc-Arbeitsgruppe der Ietf zur Verfügung gestellt haben. Seit einem ersten Treffen für Netvc im Frühjahr dieses Jahres "stehlen die Projekte voneinander", beschreibt der Mozilla-Angestellte Timothy Terriberry die Arbeit an Daala und Thor.

In ihren jeweiligen Präsentationen erklären sowohl Terriberry, der das Daala-Team leitet, als auch der Thor-Entwickler Thomas Davies, dass bestimmte Funktionen und Teilbereiche der Implementierungen wegen des modularen Aufbaus gegeneinander ausgetauscht werden könnten. Dazu steht der Quellcode beider Projekte bereit. Und selbst wenn nicht der Code wiederverwendet werden könne, dann zumindest die Ideen, Konzepte oder genutzte Algorithmen.

Da zusätzlich seit einigen Wochen der Code von VP10 unter einer freien Lizenz bereitsteht, kann die akribische Entwicklung an den Codecs für Außenstehende schnell wie ein sehr kompliziertes Puzzlespiel erscheinen. Sehr treffend formuliert das Davies, als er die Intention seines Arbeitgebers Cisco zusammenfasst. Thor sei kein völlig unabhängiges Projekt, heißt es. Vielmehr solle der Code "zur Mischung dazugeworfen werden".

Google beobachtet, Anwälte prüfen, Entwickler verschieben 

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Proctrap 25. Sep 2015

Der Sinn der OS Geschichte ist, dass jeder eine eigene Implementation bauen kann bzw. die...

Trockenobst 23. Sep 2015

Games. 4k für Videos wären geil, aber die CurrGen Konsolen können nicht mehr als 50er...



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