Lizenzklage: "VMware wollte sich nicht an die GPL halten"

Seit knapp einem Monat ist bekannt, dass der deutsche Linux-Entwickler Christoph Hellwig das Unternehmen VMware auf Einhaltung der GPL verklagt . Bei einem Vortrag auf der Libreplanet-Konferenz(öffnet im neuen Fenster) sagte die Anwältin Karen Sandler, dass die juristische Auseinandersetzung zwar nicht die beste Lösung sei, das Verhalten von VMware aber keine andere Möglichkeit gelassen habe.

Sandler, die Hellwig gemeinsam mit der Software Freedom Conservancy (SFC) unterstützt, kritisiert dabei vor allem die Vorgehensweise des Unternehmens. VMware habe sich nach jahrelangen Gesprächen zu Busybox schlicht geweigert, der Forderung der SFC nachzukommen, die Lizenzverletzung am Code des Lizenz-Kernel zu beheben. Aus Sicht des Unternehmens wird die Lizenz nicht verletzt.
Mit Hellwig und dem Anwalt Till Jaeger, der für die GPL-Klagen Harald Weltes bekannt ist, fanden sich schließlich zwei Personen, die zu einer Klage bereit waren. Nach einem Jahr Verhandlungen habe VMware einen Vergleich angeboten, sagte Sandler. Durch eine Stillschweigevereinbarung sollten die Details dieses Vergleichs jedoch der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Darauf wollten Hellwig und seine Unterstützer nicht eingehen, als letzte Option blieb die Klage.
Gerichte bringen Rechtssicherheit
Sandler begründet die Entscheidung zur Klage auch mit einem theoretischen Aspekt. Würde die GPL nicht vollumfänglich durchgesetzt, sei sie nicht besser als eine freizügige Lizenz, was im Sinne des Copyleft allerdings verhindert werden sollte.
Einen praktischen Nutzen habe der Schritt vor Gericht aber auch. Je nach Ausgang der Verhandlung, wüssten die Beteiligten im Anschluss, welche Interpretation in Bezug auf den Begriff des abgeleiteten Werkes gültig sei. Die eher starke der SFC und der Free Software Foundation oder die weniger starke einiger Unternehmen, zu denen auch VMware gehört.
Zur Unterstützung von Hellwig sammelt die SFC Spenden(öffnet im neuen Fenster) . Bisher haben rund 1.000 Personen knapp 50.000 US-Dollar gezahlt. VMware selbst hält die Klage für unbegründet(öffnet im neuen Fenster) . Man beteilige sich in der Open-Source-Community und fühle sich dieser gegenüber verpflichtet. Außerdem sei man optimistisch, den Vorgang einvernehmlich lösen zu können.



