Lizenzen trotz US-Sanktionen: HP und Huawei tauschen Patente um Wi-Fi 7 aus
HP Inc. hat einen globalen Lizenzvertrag mit Huawei über WLAN-Patente abgeschlossen. Das gab der US-amerikanische Computer- und Druckerhersteller am 26. August 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Es handelt sich um ein reines Patentlizenzierungsabkommen zur Ausgleichung von Schutzrechten.
Die Vereinbarung räumt HP Lizenzen für standardessenzielle WLAN-Patente (SEPs) von Huawei ein, inklusive des aktuellen Standards Wi‑Fi 7. Im Gegenzug erhält Huawei ebenfalls Zugriff auf Patentrechte im Portfolio von HP.
Huawei hatte HP im August 2025 vor dem Einheitspatentgericht (UPC) in Europa wegen Verletzung von Wi-Fi-6-Patenten verklagt. Nach dem Beitritt von HP zum Sisvel-WLAN-Patentpool im November 2025 wurde die direkte Einigung für ein breiteres Portfolio inklusive Wi-Fi 7 nun finalisiert.
Obwohl Huawei seit 2019 auf der Blacklist des US-Handelsministeriums steht und massive US-Exportkontrollen für Hardware, Software und Halbleiter gelten, betrifft das Abkommen reine IP-Lizenzen für internationale Standards. Die rechtlichen US-Sanktionen verbieten standardbezogene Patent-Cross-Licensing-Verträge (Frand-Lizenzen) in der Regel nicht.
HP spielt die Vereinbarung herunter
"Es handelt sich um eine Lizenz für ein standardessenzielles Patent, das die WLAN-Technologie abdeckt, eine branchenweit weitverbreitete und gängige Praxis für Unternehmen, deren Produkte WLAN-fähig sind." Dies stelle keine weitergehende strategische oder kommerzielle Beziehung, Partnerschaft oder Zusammenarbeit mit Huawei dar, erklärte HP.
Laut Huawei(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich um eine "weltweite Vereinbarung zur gegenseitigen Patentlizenzierung", die auch die Lizenzierung bestimmter Huawei-Patente im Bereich WLAN an HP Inc. umfasst. Alan Fan, Chief Intellectual Property Officer von Huawei, erklärte: "Durch die Patentlizenzierung lässt Huawei die Branche an seinen Innovationen teilhaben – insbesondere im Bereich standardisierter Technologien."
Huawei und andere chinesische Firmen haben mit sehr vielen US-Firmen Patentabkommen. Wenn US-Firmen solche Standardpatente nicht mehr einsetzen dürften, würden sie Patentrechtsstreitigkeiten etwa in Europa verlieren und können betroffene Produkte dort nicht mehr vertreiben. Auch in internationalen Standardierungsgremien sitzen Huawei und US-Konzerne weiter an einem Tisch.
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