Lizenzen: Der Rückgang der GPL

Immer mehr Entwickler verzichten auf die GPL zugunsten freizügigerer Open-Source-Lizenzen. Die GPL gilt als zu restriktiv, wenn es zur Zusammenarbeit mit kommerziellen und proprietären Lösungen kommen soll.

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Die GPL wird immer weniger genutzt.
Die GPL wird immer weniger genutzt. (Bild: FSF)

Immer weniger Entwickler verwenden die GPL, beklagt Eben Moglen, Mitinitiator der GPLv3. Stattdessen setzen sie freizügigere Lizenzen ein, etwa die Apache-, die BSD- oder die MIT-Lizenz. Zahlen dazu liefern Gottfried Hofmann, Dirk Riehle, Carsten Kolassa und Wolfgang Mauerer. Sie wollen auch den Grund ausgemacht haben: Entwickler fürchten Einschränkungen bei der Verwendung der GPL bei kommerziellen Lösungen.

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Während die Verwendung von freien Lizenzen im Allgemeinen wächst, geht die Verwendung von GPL-Lizenzen im Vergleich zu freizügigeren Lizenzen zurück - zwischen 2008 und 2012 waren es 10 Prozent. Der Autor Matthew Aslett hat das herausgefunden, indem er Datensätze des US-Unternehmens Black Duck analysiert hat, das Software zum Lizenzmanagement anbietet und auch Erhebungen über die Verwendung von Lizenzen vornimmt. Aslett hat zusätzlich Daten über Flossmole gesammelt, um die Daten von Black Duck zu verifizieren. Flossmole ist eine freie Software, die ebenfalls nach freier Software und deren Lizenzierung fahndet. Dabei hat er Daten bei Rubyforge, Freecode (Freshmeat), Objectweb und der Free Software Foundation analysiert, denn nur dort konnte er Vergleichsdaten aus dem Jahr 2008 finden.

Statistischer Rückgang der GPL

Von Asletts und weiteren Daten ausgehend, haben Hofmann, Riehle, Kolassa und Mauerer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg versucht zu erörtern, warum immer mehr Entwickler weniger restriktive Lizenzen verwenden.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass vor allem die zunehmende Beteiligung großer Firmen an der Entwicklung freier Software für den Rückgang verantwortlich ist. Unternehmen würden ihren Einsatz für freie Software durch ihre eigenen Produkte erweitern, die sie aus Konkurrenzgründen unter eigene Lizenzen stellen wollen, was unter der GPL nur bedingt erlaubt ist.

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Dafür ist der Linux-Kernel, der unter der GPLv2 steht, ein bezeichnendes Beispiel: Die Anbieter proprietärer Treiber verletzen die Lizenzbestimmungen des Kernels, wenn sie ihren Code nicht ebenfalls unter die GPL stellen. Proprietäre Treiber müssen vom Anwender selbst installiert werden, sie dürfen nicht als Teil des Kernels vertrieben werden.

Eben Moglen gesteht indes ein, dass offene Lizenzen naturgemäß für Firmen, die ihren Code wegen Firmengeheimnissen unter Verschluss halten müssen, nicht geeignet sind. Allerdings würden die Unternehmen in dieser Hinsicht oft überreagieren. Für Firmen überwögen die Vorteile in der Nutzung freier Lizenzen, ist Moglen überzeugt. Der Linux-Kernel trage beispielsweise dazu bei, dass Firmen geringere Investitionen für die gemeinsame Nutzung von Software aufbringen müssten.

Keine Lizenz ist noch schlimmer

Gravierend ist auch das mangelnde Interesse junger Entwickler an der Lizenzproblematik und den Vorteilen freier Software. Simon Phipps hat jüngst bei einer Untersuchung neuer Softwareprojekte auf Github festgestellt, dass dort teilweise überhaupt keine Lizenzen mehr verwendet werden. Unter den gegenwärtigen Regeln nach der Berner Übereinkunft von 1886, steht dieser Code aber unter noch strikteren Restriktionen und darf beispielsweise ohne Zustimmung des Urhebers gar nicht kopiert werden. Das ist nur mit einer explizit erwähnten freien Lizenz möglich.

Unklare Lizenzierungen führen auch dazu, dass die Gefahr durch sogenannte Copyright-Trolle steigt, die sich Code aneignen und später gegen diejenigen klagen, die ihn verwenden. Das wollte Richard Stallman mit seinem Entwurf von Copyleft-Lizenzen vor fast dreißig Jahren verhindern.

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zilti 23. Apr 2013

Das geht schon, falls du den freizugebenden und den Drittanbietercode entkoppeln kannst...

GodsBoss 22. Apr 2013

Stimmt. Und wenn deine Gäste wiederum nach dem gleichen Rezept ihre Gäste verköstigen...

Kaiser Ming 22. Apr 2013

aus meiner Sicht bietet es sich in jedem Fall an, da der Schutz der eigenen Arbeit im...

GodsBoss 21. Apr 2013

Nein, ist sie nicht! Sie verhindert sogar, dass Nutzern des Codes Restriktionen...



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