Live-Linux: Knoppix 8.3 mit Docker

Die Live-Distribution Knoppix Linux-Magazin Edition bringt nicht nur die üblichen Aktualisierungen und einen gegen Meltdown und Spectre geschützten Kernel. Mir ist das kleine Kunststück gelungen, Knoppix als Docker-Container zu starten.

Ein Bericht von Klaus Knopper veröffentlicht am
Knoppix 8.3 gibt es pünktlich zur Cebit.
Knoppix 8.3 gibt es pünktlich zur Cebit. (Bild: Public Domain)

Seit mehr als 15 Jahren stelle ich rund zweimal pro Jahr ein eigenes Linux zusammen, das den Namen Knoppix (Knoppers Unix System) trägt. Es fußt auf freier Software von Debian-GNU/Linux und ist so ausgelegt, dass es ohne Installation auf Festplatte von DVD, USB-Flashdisk oder übers Netzwerk fertig konfiguriert sofort läuft. Das Software-Set eignet sich zum Arbeiten, Surfen im Internet, Spielen, Unterrichten, Lernen, Programmieren und Retten von Daten defekter Betriebssysteme.

Inhalt:
  1. Live-Linux: Knoppix 8.3 mit Docker
  2. Lange Ausstattungsliste

Die Version 8.3.0 habe ich für das aktuelle Linux-Magazin zeitlich passend zur Cebit zusammengestellt. Sie mixt Debian Stable (Stretch) mit etlichen Paketen aus Testing und Unstable (Buster, Sid), in erster Linie wegen der neueren Grafikbibliotheken, die für aktuelle Hardware notwendig sind, und aktuelle Desktop-Programme.

Um eine möglichst breite Hardwareunterstützung zu erreichen, verwende ich den kürzlich erschienenen Kernel 4.16.5 mit wichtigen Patches sowie X.org 7.7. Ohne weiteres Zutun startet dann sehr flott die schlanke Desktopoberfläche LXDE sowie als optisches Schmankerl die komfortable 3-D-Erweiterung Compiz 0.9.13.1.

Bootoptionen als Notnagel

Normalerweise benötigt Knoppix keinerlei Bootoptionen, um die vorgefundene Hardware inklusive Grafikkarte zu erkennen und das System optimal zu konfigurieren. Die zunehmende Anzahl verschiedener Chipsätze macht es aber manchmal doch notwendig, das eine oder andere Feature oder eine einzelne Komponente (diagnostisch und vorübergehend) abzuschalten, um zum regulären Desktop durchzustarten. Dazu tippt der Benutzer hinter dem Bootprompt »knoppix64« (64 Bit) oder »knoppix« (32 Bit) für den Kernel, gefolgt von den gewünschten Optionen.

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Häufige Bootoptionen nennt gleich die Boot-Hilfe, abrufbar mit [F2] oder [F3], andere sind in der Textdatei »KNOPPIX/knoppix-cheatcodes.txt« aufgelistet. Klemmt etwa der Desktop, wenn der 3-D-Windowmanager Compiz starten soll, helfen oft die Bootoptionen »knoppix nocomposite« oder »knoppix no3d«. Die eine schaltet die Composite-Erweiterung des Grafiksubsystems ab, die andere verhindert den Compiz-Start.

Umgekehrt kann der Benutzer für Grafikkarten, die eigentlich nicht schnell genug für Compiz sind und daher automatisch mit der flachen Windowmanager-Alternative Metacity starten, mit der Option »knoppix 3d« die 3-D-Oberfläche mit Software-Rendering erzwingen.

Hybrides USB-Image

Heute installieren die meisten Anwender Knoppix nach dem ersten Start auf einem USB-Stick (8 GByte oder größer), statt immer von DVD zu starten. Denn obwohl ich das ISO durch eine Sortlist fürs DVD-Lesen optimiert habe - das reduziert das sehr langsame Positionieren des Laser-Lesekopfs -, beschleunigt Flashmemory den Startvorgang und das Arbeiten mit Knoppix, sodass Startzeiten vom Laden des Kernels bis zum kompletten Desktop inklusive Compiz unter 15 Sekunden möglich sind, einigermaßen moderne Computerhardware und einen schnellen USB-Stick oder SD-Kartenleser vorausgesetzt.

Mit Knoppix Version 8.0 begonnen, kommt auch Version 8.3 in Gestalt eines Hybrid-Image zu seinen Benutzern. Deshalb dürfen diese das DVD-Image mit »dd« (Linux) oder Etcher (Windows) 1:1 auf einen USB-Stick kopieren. (Es gibt auch fertig bespielte Knoppix-8.3-Sticks bei Tuxedo Computers zu kaufen.) Der Stick ist automatisch bootfähig. Das Unterfangen ergibt insbesondere für die mittlerweile vielen Notebooks Sinn, die kein DVD-Laufwerk besitzen.

Wer dagegen ein DVD-Laufwerk in seinem Rechner hat, kann mit dem Programm »flash-knoppix« (Menü »Knoppix/Knoppix auf Flash kopieren«) bequem das DVD-Image auf einen USB-Stick flashen. Neben dem Flash-bedingten Geschwindigkeitsvorteil eröffnet sich Benutzern so auch die Möglichkeit, eigene Einstellungen sowie zusätzlich installierte Software persistent zu speichern. Flash-knoppix formatiert die erste Partition auf FAT32 und damit schreib- und änderbar. Die Partition beherbergt zugleich die für UEFI-Boot benötigten Dateien. Das voll beschreibbare System auf dem Ziel-USB-Laufwerk besitzt zudem die Option, die im Zuge der Knoppix-Benutzung selbst angelegten persönlichen Daten zu verschlüsseln.

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ManMashine 13. Jun 2018

Ich verdanke Knoppix so dermaßen viel. Es war DIE aller erste Linux Distri überhaupt die...

SchrubbelDrubbel 12. Jun 2018

Zeigen doch neuste Erkenntnisse dass DevOp nicht funktioniert.

Schnarchnase 12. Jun 2018

So weit mir bekannt, hängt es vom Image ab, ob das mit EFI funktioniert oder nicht. Das...

%username% 12. Jun 2018

dem schliesse ich mich an - vielen dank! :)



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