Live Eye: Unternehmen lässt US-Supermärkte von Indien aus überwachen

Die Firma Live Eye bietet Kameraüberwachung in den USA durch Mitarbeiter in Indien an. Die beobachten rund um die Uhr - und greifen bei Bedarf ein.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Die Überwachung von Supermärkten und deren Angestellten wird globalisiert.
Die Überwachung von Supermärkten und deren Angestellten wird globalisiert. (Bild: JONATHAN NACKSTRAND via Getty Images)

Das im US-Bundesstaat Washington ansässige Unternehmen Live Eye Surveillance bietet eine fragwürdige Form der kommerziellen Objekt- und Angestelltenüberwachung an: In Indien beschäftigte Mitarbeiter verfolgen per Kamera aus der Ferne das Geschehen vor Ort, etwa in US-Supermärkten, und schalten sich im Bedarfsfall per Lautsprecherdurchsage ein.

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Dabei verjagen sie nicht nur Verbrecher, sie maßregeln offenbar auch Angestellte, die sich nicht an die Vorgaben ihrer Arbeitgeber halten. Das zumindest legen laut einem Bericht der Webseite Vice.com Videos nahe, mit denen das Unternehmen für seine Dienste wirbt.

In denen sei etwa zu sehen, wie ein Supermarktangestellter sich ein Getränk aus dem Verkaufsregal nimmt und trinkt. Daraufhin ertönt aus einem Lautsprecher eine Stimme, die ihn fragt, ob er das Produkt eingescannt und bezahlt habe. In einem anderen Video unterhält sich ein Kassierer privat mit einem Freund und wird daraufhin per Lautsprecherdurchsage gerügt.

Videoüberwachung aus Indien rund um die Uhr

Die Clips waren ursprünglich offenbar auf der Webseite des Unternehmens zu sehen, sind mittlerweile aber verschwunden. Laut einem Live-Eye-Angebot, das Vice.com eigenen Angaben zufolge vorliegt, kostet diese Art der Überwachung 400 US-Dollar pro Monat. Mitarbeiter aus dem indischen Karnal behalten dabei die Kameraübertragung 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche im Auge.

Wie aus einer Stellenausschreibung von Live Eye hervorgeht, sollen die Überwacher im Bedarfsfall als "virtueller Supervisor" agieren und nicht nur für die Sicherheit der Angestellten sorgen, sondern auch sicherstellen, dass diese ihre Aufgaben dem Wunsch des Auftraggebers entsprechend erledigen.

Als Kunden gibt Live Eye unter anderem die Supermarktkette 7-Eleven an, wobei unklar bleibt, ob das gesamte Unternehmen die Dienste nutzt oder nur einzelne Franchisenehmer.

Überwachung bringt Angestellte in Gefahr

Ein ehemaliger Außendienstmitarbeiter des Unternehmens gab gegenüber Vice.com an, das ihm ein Filialbetreiber einmal die Werbevideos von Live Eye vorgeführt habe und diese ihn sehr besorgt hätten.

Zum einen halte er die Überwachung für überflüssig, weil Ladendiebstahl durch Kunden und Mitarbeiter bei 7-Eleven nur sehr wenig Kosten verursache. Zum anderen betrachte er das eingesetzte System als höchstgradig gefährlich.

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In einem weiteren Video, das auch auf YouTube einsehbar ist, meldet ein Live-Eye-Mitarbeiter per Lautsprecherdurchsage, dass er die Polizei informiert habe, während zwei Männer einen Supermarktangestellten mit einem Gewehr bedrohen. In dem vermutlich gestellten Video ergreifen die Verbrecher sofort die Flucht.

In der Realität hätte der Mitarbeiter laut dem ehemaligen 7-Eleven-Angestellten erschossen werden können. Es verstoße gegen die Regeln des Unternehmens, im Falle eines bewaffneten Überfalls Gegenwehr zu leisten, da Mitarbeiter dadurch unnötig in Gefahr gebracht würden.

Offizielle Stellungnahmen zur Überwachung durch Live Eye gab es laut dem Bericht trotz Anfrage weder von 7-Eleven noch von dem Überwachungsunternehmen selbst.

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User_x 27. Jun 2021 / Themenstart

ja genau haha

ElMario 23. Jun 2021 / Themenstart

und es geht weiter.

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