Lithiumgewinnung: Lithiumabbau in Chile soll grüner werden
Ein Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)(öffnet im neuen Fenster) will den Abbau von Lithium in Chile nachhaltiger gestalten und gleichzeitig die Anzahl der abbaubaren Elemente erweitern. Bereits jetzt stammt etwa ein Viertel des weltweit abgebauten Lithiums aus Chile, größtenteils aus der Extraktion gelöster Elemente aus Salzseen.
Bei der konventionellen Methode wird das Wasser der Salzseen gezielt verdunstet, um aus der verbleibenden Lösung die Rohstoffe zu erhalten. Nur die Hälfte davon lässt sich auf diese Weise gewinnen. Parallel dazu entsteht durch die stark erhöhte Konzentration gelöster Elemente ein toxisches Gemisch, vom generellen Eingriff in das Ökosystem ganz zu schweigen.
Mit einer chilenisch-deutschen Rohstoffinitiative(öffnet im neuen Fenster) soll sich das ändern. Geprüft werden dabei sogenannte Fluidlagerstätten in der Atacama im Norden Chiles. Dort sind neben Lithium für die Batterieproduktion noch zahlreiche weitere Elemente in natürlichen ober- und unterirdischen Salzseen gelöst.
Direkter Abbau ohne Wasserverlust und mit mehr Ertrag
Durch eine Direktextraktion sollen die wertvollen Elemente ohne Wasserverlust und damit auch ohne eine Erhöhung der Stoffkonzentration gewonnen werden. Untersucht wird, ob selektive Materialien oder andere chemische Prozesse für eine schonende Gewinnung genutzt werden können. Selektive Materialien erlauben vorrangig nur die Reaktion eines Elements, das sich auf diese Weise gezielt binden lässt und anschließend leichter aus dem Stoffgemisch entfernt werden kann.
Noch ist darüber hinaus unklar, welche anderen Elemente in den Lagerstätten gelöst sind. Chile verfügt unter anderem über große Vorkommen an Kupfer und Edelmetallen.
Geothermie nutzen
In der Zusammenarbeit, die eine nachhaltige Rohstoffgewinnung fördern soll, wird zudem über die Nutzung der geothermischen Wärme der Fluide nachgedacht. Diese könnte eingesetzt werden, um die nötige Energie für die chemischen Prozesse vor Ort zu gewinnen.
Diskutiert wird außerdem, ob sich im Zuge der Rohstoffextraktion sogar Trinkwasser gewinnen lassen könnte. Neben der Erhaltung des Ökosystems und der Minimierung von Emissionen bei der Rohstoffgewinnung wäre das ein weiterer positiver Effekt, den das gemeinsame Projekt mit sich bringen könnte.
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