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Lithiumabbau: Mobile Lithiumextraktion in norddeutschem Tiefenwasser gestartet

Die Pilotanlage zur Förderung von Lithium soll die technischen Grundlagen schaffen für einen wirtschaftlichen und umweltverträglichen Abbau.
/ Mario Petzold
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Der Prototyp der Anlage kann an die Zusammensetzung der Tiefenwasser an unterschiedlichen Orten angepasst werden. (Bild: Fraunhofer IEG)
Der Prototyp der Anlage kann an die Zusammensetzung der Tiefenwasser an unterschiedlichen Orten angepasst werden. Bild: Fraunhofer IEG

Ein Pilotsystem der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien(öffnet im neuen Fenster) zur Förderung von Lithium soll bei der Überführung der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse hin zur technischen Anwendung helfen. Der Prototyp soll an unterschiedlichen Orten in Norddeutschland getestet werden.

Herausforderungen, die weiterhin bestehen, sind unter anderen die Korrosion einzelner Bestandteilen, weil das Tiefenwasser mit teils sehr unterschiedlichen Salzen in wechselnden Konzentrationen angereichert ist. Hinzu kommen Ausfällungen von Mineralien, die ebenfalls die Extraktionsanlagen schädigen können.

Ziel des Projekts ist es, einen sauberen und auf lange Zeit stabilen Prozess etablieren zu können, um schließlich reines Lithium zu gewinnen. Mit der knapp 250 kg schweren Anlage, die sich mit wenig Aufwand transportieren lässt, können verschiedene Standorte auf ihre Eignung zur Lithiumextraktion geprüft werden.

Vielfältiger Nutzen der Lithiumförderung

Weil zahlreiche Thermalquellen für die Lithiumgewinnung infrage kommen, hat das Projekt zusätzliche positive Aspekte. Thermalwasserbetreiber, die bereits die Wärme der Tiefenwässer nutzen, können parallel von der Lithiumextraktion profitieren, sofern sich dies lohnen sollte.

Gleichzeitig könnten tief liegende Warmwasserquellen erschlossen werden, wo Tiefenbohrungen erst durch die zusätzliche Förderung von Lithium finanziell lohnenswert werden. Die meisten Schichten mit potenziell hohem Lithiumgehalt finden sich nördlich der deutschen Mittelgebirge in Tiefen zwischen 3 und 5 km.

Vorkommen schwer abschätzbar

Insgesamt dürfte in den Tiefenwässern in Norddeutschland genügend Lithium vorhanden sein, um für Jahrzehnte unabhängig von Importen zu werden. Allein in der Altmark sollen 40 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat lagern; eine Menge, die für hunderte Millionen Batterien in Elektroautos ausreichen würde.

Grundsätzlich ist Lithium weltweit keine knappe Ressource. Die entscheidende Herausforderung ist, das Leichtmetall in großen Mengen und mit möglichst geringem technischen Aufwand zu gewinnen. Die Lithiumextraktion in Norddeutschland könnte ein Weg dahin sein – und auch zu einer größeren Unabhängigkeit von Importen und langen Lieferketten.


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