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Lithiumabbau: 2,2 Milliarden für Lithium aus dem Oberrheingraben

Genug Rohstoffe für eine halbe Million E-Autos soll zukünftig dort gefördert werden. Das Gesamtvorkommen soll mindestens für Jahrzehnte ausreichen.
/ Mario Petzold
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Zwei Angestellte von Vulcan Energy an einer Extraktionsanlage (Bild: Vulcan Energy)
Zwei Angestellte von Vulcan Energy an einer Extraktionsanlage Bild: Vulcan Energy

Bereits seit mehreren Jahren(öffnet im neuen Fenster) untersucht die deutsche Tochtergesellschaft des australischen Rohstoffunternehmens Vulcan Energy geothermale Quellen in der Oberrheinischen Tiefebene. Ziel ist die wirtschaftliche Nutzung des lithiumhaltigen Tiefenwassers zur Batterieherstellung sowie in kleinerem Maßstab zur Wärme- und Stromerzeugung.

Die Finanzierung der ersten Projektphase namens Lionheart soll nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) nun abgeschlossen sein. Insgesamt konnten 2,2 Milliarden Euro eingesammelt werden. Davon stammen 1,4 Milliarden aus öffentlichen Fördergeldern, und davon wiederum 150 Millionen aus dem Rohstofffond der Bundesregierung, der 2024 aufgesetzt worden war.

Netzwerk aus Förderstellen und Laboren

Es soll sich um das erste Projekt mit Förderung aus dem Fonds handeln. Weitere 204 Millionen Euro kommen zudem aus anderen Haushaltsmitteln. Ziel ist der Aufbau einer komplett inländischen und nachhaltigen Lieferkette für Lithium.

Ein Geothermiekraftwerk und eine zweite Förderstelle leiten das Wasser an ein Werk zur Lithiumextraktion weiter. Natrium- und Kaliumsalze werden dabei entfernt. Konzentriertes Lithiumchlorid bleibt übrig, während das Wasser zurück unter die Erde geleitet wird.

Im Industriepark Frankfurt-Höchst erfolgt die Umwandlung in Lithiumhydroxidmonohydrat, das Ausgangsprodukt zur Herstellung von Lithium-Ionen-Akkumulatoren.

Erweiterung geplant

Wie auf der Projektseite nachzulesen ist, soll die jährliche Produktionskapazität bei 24.000 Tonnen Lithiumhydroxidmonohydrat liegen, wobei eine Erhöhung möglich sein soll. Bereits diese Menge genügt für die Herstellung von 500.000 Batterien für Elektroautos, was den aktuellen jährlichen Zulassungszahlen von reinen E-Autos in Deutschland entspricht.

Zudem besitzt das Geothermiekraftwerk, aus dessen Wasser ebenfalls Lithium extrahiert wird, eine thermische Leistung von 60 Megawatt und eine elektrische Leistung von 30 Megawatt. Das genügt zur Versorgung einer Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern.

Das Projekt ist nach aktuellem Stand auf 30 Jahre Laufzeit ausgelegt, wobei es zur Größe des Lithiumvorkommens nur Schätzungen gibt. Zusammen mit dem geplanten Abbau in der Altmark in Sachsen-Anhalt und beispielsweise in Zinnwald(öffnet im neuen Fenster) in Sachsen könnte in einigen Jahren genug Lithium für Millionen von E-Auto-Batterien pro Jahr gefördert werden. Und glaubt man den Schätzungen zur Lagerstättengröße, könnte der Nachschub an Lithium über Jahrzehnte konstant bleiben.


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