Lithium-Raffinerie: Erste elektrochemische Lithiumproduktion in Kanada eröffnet
Das kanadische Unternehmen Mangrove Lithium(öffnet im neuen Fenster), das schon 2013 in Laborversuchen seine Methode zeigte, hat eine erste Raffinerie zur elektrochemischen Gewinnung von Lithium eröffnet. Die Jahresproduktion der Anlage nahe Vancouver in der kanadischen Provinz British Columbia soll zunächst bei 1.000 Tonnen liegen.
Die Menge Lithium reicht laut Unternehmensangaben für ungefähr 25.000 Elektroauto-Batterien. Wobei nicht ganz klar ist, auf welche Lithiumverbindung sich die Masse bezieht. Sollte es sich um Lithiumkarbonat handeln, würde diese Menge tatsächlich für ebenso viele Akkumulatoren mit je 80 Kilowattstunden Kapazität ausreichen.
Die lithiumhaltigen Minerale stammen ebenfalls aus Kanada, so dass das Ziel ist, die komplette Wertschöpfungskette von der Lithiumgewinnung bis zur fertigen Kathode innerhalb Kanadas zu etablieren. Auch deshalb wird das Vorhaben mit umgerechnet 13 Millionen Euro durch staatliche Gelder unterstützt.
Stromintensiv und giftig
Laut Mangrove Lithium wird bei der eigenen Methode weniger Strom benötigt als bei der üblichen Trennung von gelösten Elementen in Sole. Andererseits besteht bei chemischen Verfahren das Problem einer Chlorgasfreisetzung, weil das begehrte Leichtmetall häufig in Form von Lithiumchlorid vorkommt. Mangrove Lithium gibt an, dass sowohl Lithiumchlorid als auch Lithiumsulfat in ihrer Anlage in batteriefähiges Lithium überführt wird.
Eine vergleichbare Methode wurde 2024 an der Rice University(öffnet im neuen Fenster) in Texas, USA, entwickelt. Mit neuartigen Materialien und einem Dreikammersystem wurde die Bildung von Chlorgas bei der Lithiumgewinnung unterbunden.
Erweiterung in der Vorbereitung
Eine weitere Anlage, die bereits 40.000 Tonnen Jahresproduktion erreichen soll, ist bei Mangrove Lithium in Planung. Sie soll im Osten Kanadas entstehen und Mineralien aus Quebec verarbeiten, um dann umgerechnet 500.000 E-Auto-Batterien herstellen zu können.
Aktuell werden Kanadas Lithiumreserven auf etwa 1 Million Tonnen geschätzt. Der Wert dürfte aber nur einen Bruchteil der Ressourcen ausmachen, die bisher jedoch noch nicht entdeckt wurden. Zum Vergleich: Allein im etwa 25-mal kleineren Deutschland liegen die potenziellen Ressourcen bei 2,7 Millionen Tonnen.
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