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Lithium-Ionen-Akkus: Einweg-Vapes setzen Recyclinganlagen in Flammen

Täglich gibt es Brände in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen – zu 80 Prozent verursacht durch Lithium-Akkus, vornehmlich aus Wegwerfartikeln.
/ Andreas Donath
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Weggeworfene E-Zigarette (Bild: Golem.de)
Weggeworfene E-Zigarette Bild: Golem.de

Einweg-E-Zigaretten werden für die Abfallwirtschaft zum wachsenden Problem. Die in den Produkten verbauten Lithium-Akkus lösten nach Beobachtungen verschiedener Entsorgungsunternehmen immer häufiger Brände in Müllcontainern und Recyclinganlagen aus, wie die Welt berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Die Hamburger Stadtreinigung verzeichnete 2025 dem Bericht nach bereits zwei Containerbrände, die vermutlich auf weggeworfene E-Zigaretten zurückgehen. Im Vorjahr waren es fünf solcher Vorfälle, im Jahr 2023 vier. Ein Unternehmenssprecher räumt ein, dass sich die genaue Brandursache nur schwer nachweisen lässt. Die Vermutung liege jedoch nahe, dass die verbauten Lithium-Akkus die Feuer verursachen.

Die Gefahr entsteht durch die Beschaffenheit der Akkus: Bei mechanischer Beschädigung können sich die Lithium-Zellen entzünden. Hinzu kommt, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen, wenn die Akkus versehentlich in der Müllverbrennung landen.

Bundesweit 30 Abfallbrände pro Tag

Die Abfallwirtschaft Südholstein meldet ebenfalls eine Häufung von Zwischenfällen. Lithium-Ionen-Akkus stellen laut einem Unternehmenssprecher eine erhebliche Gefahr dar, sobald sie im Restmüll entsorgt werden. In Sammelfahrzeugen oder Sortieranlagen kann es durch Druck, Reibung oder Hitze zu Beschädigungen kommen, mit Bränden oder in Extremfällen Explosionen als Folge.

Die Dimensionen des Problems zeigen Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft: Bundesweite Statistiken deuten darauf hin, dass es täglich etwa dreißigmal in Müllfahrzeugen, auf Recyclinghöfen oder in Abfallbehandlungsanlagen brennt. Schätzungsweise 80 Prozent dieser Brände gehen auf Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Batterien zurück.

Ein aktueller Fall aus Flensburg verdeutlicht die Brisanz: Anfang vergangener Woche brannte bei einem Recyclingunternehmen ein rund 50 Kubikmeter großer Elektroschrotthaufen. Die Feuerwehr war mehrere Stunden im Einsatz.

Forderung nach Pfandsystem oder Vertriebsverbot

Die Hamburger Stadtreinigung fordert bessere Entsorgungskonzepte für E-Zigaretten. Als mögliche Lösungen werden Pfandsysteme genannt, alternativ werde ein Verbot der derzeitigen Vertriebswege diskutiert. Verbraucher sollten Batterien und Akkus aus Elektrogeräten entfernen, bevor sie diese auf Recyclinghöfen oder in Depotcontainern abgeben.


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