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Listung: Amazon-KI macht Händler zu Verkäufern - ohne zu fragen

Ein KI-Tool von Amazon listet Produkte kleiner Händler ohne deren Wissen. Die automatisierten Angebote führen zu falschen Bestellungen und Beschwerden.
/ Michael Linden
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Amazon Sortierstraße (Bild: Amazon)
Amazon Sortierstraße Bild: Amazon

Hunderte kleine Unternehmen in den USA entdecken ihre Produkte plötzlich auf Amazon – obwohl sie dort nie einen Verkäufer-Account eingerichtet haben. Verantwortlich ist ein KI-gestütztes Programm, mit dem Amazon seinen Produktkatalog erweitern will, wie Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Die Inhaberin von Hitchcock Paper in Virginia bemerkte dem Bericht nach das Problem zur Weihnachtszeit. Plötzlich trafen Bestellungen über Amazon-E-Mail-Adressen ein, obwohl sie nie auf der Plattform verkauft hatte. Als die KI Produkte falsch zuordnete und Kunden statt eines großen Stressballs ein kleines Exemplar erhielten, hagelte es Rückerstattungsforderungen.

Das Problem ist laut Bloomberg kein Einzelfall. Die kalifornische Designerin Angie Chua dokumentierte ihre Erfahrung auf Instagram und sammelte Rückmeldungen von 187 weiteren betroffenen Händlern.

Die KI arbeitet über zwei Testprogramme: Shop Direct leitet Kunden zu externen Händler-Websites weiter, während Buy For Me Produktangebote dupliziert und Bestellungen innerhalb Amazons System abwickelt. Das Buy-For-Me-Programm umfasst inzwischen über 500.000 Artikel – im April letzten Jahres waren es noch etwa 65.000.

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, Händler könnten sich von den Programmen abmelden. Die Programme sollten Kunden helfen, Produkte zu entdecken, die noch nicht bei Amazon verfügbar seien. Das Unternehmen habe positives Feedback erhalten – warum Händler ohne Benachrichtigung eingebunden wurden, beantwortete Amazon nicht.


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