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Lisa Frankenstein: Dröge Horrorkomödie

Ein cooler, bonbonbunter Look reicht eben nicht aus, um aus einer halbgaren Geschichte einen kultigen Film zu machen.
/ Peter Osteried
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Ein Herz und eine Seele - Lisa Frankenstein und die Kreatur (Bild: Universal)
Ein Herz und eine Seele - Lisa Frankenstein und die Kreatur Bild: Universal

Im Grunde hätte der von Robin Williams' Tochter Zelda(öffnet im neuen Fenster) inszenierte Film Lisa Frankenstein alles, um eine herrlich absurde Horrorkomödie zu werden: die Macher, die Stars, die Ausstattung, die Story eines Teenager-Mädchens, das sich in einen von den Toten zurückgekehrten jungen Mann verliebt und bereit ist, alles zu tun, um Ersatzteile für ihn zu finden.

Aber der Film (Kinostart: 22. Februar) ist nicht mehr als die Summe seiner Teile. Im Gegenteil: Er zerfällt zusehends. Im Ergebnis ist er enttäuschend.

Das Mädchen und die Kreatur

Lisa Frankenstein (Kathryn Newton) hat den Mord an ihrer Mutter noch nicht verwunden, ihr Vater hat aber schon neu geheiratet. Ihre Stiefmutter hat jedoch etwas gegen Lisa, die am liebsten Zeit auf einem alten Waldfriedhof verbringt.

Eines Tages erwacht der junge Mann, an dessen Grab sie am liebsten sitzt, zum Leben und verfolgt sie nach Hause. Es kommt, wie es kommen muss: Sie verlieben sich ineinander, aber die Kreatur ist eben noch nicht ganz - sie braucht Ersatzteile. Da bietet es sich an, dass Lisas Stiefmutter sie in die Psychiatrie stecken lassen will und darum am besten das Zeitliche segnen sollte.

Diablo Cody(öffnet im neuen Fenster) galt mal als Autorin, die besonders Jugend-Lingo draufhat - den Ruf verdiente sie sich mit Juno. Ob der gerechtfertigt ist, ist seit Jahren Stoff für Diskussionen.

Bei Lisa Frankenstein zeigt die Drehbuchautorin kein Gehör für die Sprache der Jugend. Dabei spielt der Film Ende der 80er Jahre, weswegen Cody aus eigenen Erfahrungen schöpfen könnte.

Die Dialoge sind holprig, überzogen, manchmal gar peinlich, doch sie sind nicht einmal das Hauptproblem des Films. Das besteht darin, dass ansonsten auch nichts passt. An den Schauspielern liegt es nicht. Sie sind durchweg gut in ihren Rollen und machen aus dem vorhandenen Material das Beste.

Burtonesk, aber eben schlecht

Die Geschichte plätschert unendlich langsam dahin. Nach einer sehr hübschen, animierten Eingangssequenz, die einen burtonesken Film erwarten lässt, verflacht das Ganze zusehends. Die Story läuft nie rund, die Geschichte kommt einfach nicht in Gang.

Stattdessen merkt man, wie der Film Wasser tritt, wie er versucht, sich über die Ziellinie zu schleppen, aber doch deutlich davor zusammenbricht. Dabei ist das Potenzial spürbar. Für einen Kultfilm ist der Film viel zu zahm, zu unaufgeregt, zu unoriginell, einfach zu mutlos. Und damit auch viel zu lang.

Das Einzige, was für Lisa Frankenstein spricht, ist das bonbonbunte Art Design. Der Film hat schöne, schrille Farben - damit wird eine Hyperrealität der 80er erzeugt, die nie so war, die man sich aber vielleicht so vorstellt, wenn man an dieses Jahrzehnt denkt. Der Look von Lisa Frankenstein ist exzellent, das kann aber all die übrigen Defizite nicht ausgleichen.


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