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Liquid Network: Hacker stehlen 4.000 Bitcoin und geben 3.400 wieder zurück

Ein Hackerangriff auf eine beliebte Bitcoin-Sidechain erschüttert die Krypto-Branche. Ein Millionenvermögen wechselt unerwartet den Besitzer.
/ Marc Stöckel
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Eine Bitcoin-Sidechain wurde durch eine Sicherheitslücke attackiert. (Bild: pexels.com / Bastian Riccardi)
Eine Bitcoin-Sidechain wurde durch eine Sicherheitslücke attackiert. Bild: pexels.com / Bastian Riccardi

Liquid Network, eine von dem Blockchain-Unternehmen Blockstream bereitgestellte Bitcoin-Sidechain, ist Ziel eines Cyberangriffs geworden, bei dem die Angreifer knapp 4.000 Bitcoin (aktuell rund 270 Millionen Euro) entwendet haben. Zum Glück des Betreibers signalisierten die Angreifer unmittelbar nach der Attacke, sie seien "White Hats", also gutartige Hacker. Tatsächlich transferierten sie später einen Großteil der Beute zurück.

Das Liquid Network(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht es Anwendern unter anderem, schnellere Transaktionen durchzuführen. Im echten Bitcoin-Netzwerk werden neue Transaktionen über den Mining-Prozess nur etwa alle 10 Minuten bestätigt.

Je nach Netzwerkauslastung und Höhe der gezahlten Gebühren müssen Anwender manchmal aber auch deutlich länger warten, bis eine Transaktion auf der Bitcoin-Blockchain finalisiert wird.

Über das Liquid Network können Anwender ihre BTC hingegen in sogenannte L-BTC (Liquid Bitcoin) tauschen und damit dann Transaktionen ausführen, die abseits der Bitcoin-Blockchain stattfinden und daher schneller abgewickelt werden können. Bei Bedarf lassen sich die L-BTC später jederzeit wieder in echte Bitcoin umwandeln – sofern diese denn noch da sind.

Teil der Beute einbehalten

In L-BTC getauschte Bitcoin werden beim Liquid Network in einer sogenannten Federation-Wallet aufbewahrt. Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) befanden sich darin unmittelbar vor dem Angriff etwa 4.200 BTC. Die Angreifer konnten einen Großteil dieses Bestands, rund 4.000 BTC, aufgrund einer Sicherheitslücke in einer Transaktionssoftware auf eine eigene Wallet transferieren, wie Blockstream in einer Statusmeldung(öffnet im neuen Fenster) sowie einem X-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) bestätigt.

Technische Details zur Lücke sind bisher nicht öffentlich bekannt. Blockstream patchte sie aber wohl in Abstimmung mit den Angreifern. Die Kommunikation fand dabei zumindest in Teilen durch Nachrichten auf der Bitcoin-Blockchain(öffnet im neuen Fenster) statt. Einige davon sind öffentlich einsehbar, andere hingegen verschlüsselt.

Nach dem Schließen der Lücke transferierten die Angreifer 3.400 Bitcoin, also etwa 85 Prozent der ursprünglichen Beute, zurück auf die Federation-Wallet von Liquid Network. Die verbleibenden 600 BTC wurden jedoch einbehalten. Vermutlich sollen diese eine Art Bug-Bounty-Prämie darstellen. Ob dies so mit Blockstream abgesprochen ist oder die Angreifer diese Entscheidung eigenmächtig trafen, ist jedoch derzeit nicht bekannt.

Nachtrag vom 9. September 2026, 12:50 Uhr

Blockstream hat inzwischen auf X(öffnet im neuen Fenster) einen vorläufigen Bericht zu dem Vorfall veröffentlicht. Darin heißt es, die fehlenden 598,5 BTC seien "noch ausstehend" und das Unternehmen befinde sich bezüglich der Rückführung dieser Mittel im Austausch mit den Angreifern. Offenkundig war das Einbehalten von 15 Prozent der Beute also nicht abgesprochen. Ob die fehlenden Bitcoin noch zurückgezahlt werden, bleibt abzuwarten.

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