Linza: Drohnen aus Deutschland erreichen die Ukraine
Weniger als vier Monate nach ihrer Gründung hat die deutsch-ukrainische Rüstungsfirma Quantum Frontline Industries(öffnet im neuen Fenster) (QFI) ihre erste Drohnenlieferung an die ukrainischen Streitkräfte abgeschlossen – produziert in Süddeutschland.
Das Gemeinschaftsunternehmen aus Quantum Systems (Deutschland) und Frontline Robotics (Ukraine) wurde Mitte Dezember 2025 gegründet. Bereits zum Quartalsende lag die erste Charge bei der Ukraine. Geschäftsführer Matthias Lehna bestätigte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland(öffnet im neuen Fenster), dass die Produktion derzeit bei rund 20 Drohnen pro Tag liege.
Die Exportgenehmigung erhielt QFI nach eigenen Angaben erst einen Tag vor dem Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj Mitte Februar 2026, als ihm die erste fertige Drohne übergeben wurde. Lehna sprach offen über Zeitdruck und den ungewöhnlich schnellen Produktionsaufbau des noch jungen Unternehmens.
Was kann die Linza 3?
Im Mittelpunkt der Produktion steht die Linza – eine Mehrzweckdrohne im 10-Zoll-Format, die auf Logistik- und Angriffsmissionen ausgelegt ist. Sie trägt bis zu zwei Kilogramm Nutzlast – etwa eine oder zwei Munitionseinheiten – und erreicht dabei einen taktischen Radius von bis zu zehn Kilometern. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 45 km/h.
Zur Aufklärung ist die Drohne wahlweise mit einer gyrostabilisierten Tageskamera (1.280 x 720 Pixel, 6-facher Digitalzoom) oder einem Wärmebildsensor (640 x 512 Pixel, 30 Hz) ausgestattet. Ein besonderes Merkmal: Die Linza verfügt über eine eigene Fähigkeit zur Erkennung feindlicher elektronischer Kriegführung (EW). Die Kommunikation läuft über ein proprietäres, EW-resistentes Steuerungssystem mit Dual-Band-Frequenzsprungverfahren (FHSS)(öffnet im neuen Fenster) sowie einem verschlüsselten Videolink mit automatischer Kanalumschaltung.
Geliefert wird die Linza als einsatzbereites Komplettpaket: Neben dem Quadrocopter selbst umfasst das System eine Bodenstation mit Antennenmast (8 Meter), einem 50-Meter-Verlängerungskabel, einem Android-Tablet, Fernsteuerung, Ersatzteilen für Feldreparaturen sowie einer Ladestation für die Akkus. Die Bodenstation erlaubt eine Distanz von bis zu 100 Metern zwischen Antenne und Operator ohne Signalverlust.
- Anzeige Hier geht es zur DJI Mini 4 Pro bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.