Linux: Wine-Projekt befürchtet Probleme mit 64-Bit-Ubuntu

Das Wine-Projekt äußert massive Kritik an dem Plan von Ubuntu, keine 32-Bit-Pakete für die x86-Architektur mehr anzubieten. Das werde dem Projekt viele Probleme bereiten und Nutzern nur wenig bringen.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Wine-Projekt diskutiert seine Möglichkeiten für den Ubuntu-Support ohne 32-Bit.
Das Wine-Projekt diskutiert seine Möglichkeiten für den Ubuntu-Support ohne 32-Bit. (Bild: Paul IJsendoorn, flickr.com/CC-BY 2.0)

Der Schritt des Ubuntu-Teams, künftig auf 32-Bit-Pakete für die x86-Architektur zu verzichten, könnte zu massiven Problemen für die Entwickler und Nutzer des Wine-Projekts führen. Das geht aus einer Diskussion der Wine-Entwickler hervor, in der es etwa heißt: "Wir sagen Nutzern seit zehn Jahren, dass ein reines 64-Bit-Wine nicht unterstützt wird."

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Der Grund dafür ist recht leicht nachvollziehbar: Viele Windows-Anwendungen nutzen weiterhin ganz oder in Teilen 32-Bit-Code. Diesen muss das Wine-Projekt unterstützen, um die Windows-Anwendungen eben auch unter Linux ausführen zu können. Die Ubuntu-Entwickler sehen das etwas anders und verweisen darauf, dass viele Anwendungen mittlerweile auch einfach mit der 64-Bit-Variante von Wine ausgeführt werden könnten.

Für die anderen Programme verweist das Ubuntu-Team auf die Möglichkeit zur Nutzung von Ubuntu 18.04, das die 32-Bit-Architektur noch bis 2023 offiziell unterstützt. Diese Version könne außerdem in einem Container ausgeführt werden. Mit einer Weiterleitung der Grafiktechnik an den Container sollen sich alte 32-Bit-Spiele dann auch weiter auf aktuellen Ubuntu-Versionen ausführen lassen.

Wine-Team diskutiert weiteres Vorgehen

Das ist zwar theoretisch möglich, das Wine-Team kann damit dennoch keine eigenen 32-Bit-Builds seiner Software für künftige Ubuntu-Versionen anbieten. Zwar laufen noch 32-Bit-Anwendungen auf dem Kernel künftiger Ubuntu-Versionen, für Wine fehlen dann aber sämtliche seiner 32-Bit-Abhängigkeiten. Diese müsste das Team also selbst bereitstellen, was so viel Arbeit machen würde, dass es wohl einfacher ist, die eigenen Builds für Ubuntu einzustellen.

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Darüber hinaus will das Wine-Team aber auch noch in Kontakt mit den Ubuntu-Entwicklern treten und verifizieren, dass deren Plan tatsächlich die von dem Wine-Team vorhergesehenen Probleme verursacht. Sollte das Ubuntu-Team keine Alternative anbieten können oder wollen, könnte das Wine-Team möglicherweise auf die Steam-Laufzeitumgebung wechseln.

Immerhin will Ubuntu aktiv mit den Steam-Entwicklern von Valve für deren Wechsel von 32 Bit auf 64 Bit zusammenarbeiten. Doch auch dafür müsste das Wine-Team wohl weitere eigene Paketabhängigkeiten pflegen, was wiederum deutlichen Mehraufwand bedeuten würde.

Multiarch würde Probleme lösen

Eine Möglichkeit, diese Probleme zu beseitigen, könnte darin bestehen, auf künftigen Ubuntu-Versionen der 64-Bit-Architektur die Multiarch-Technik zu verwenden. Damit lassen sich auch 32-Bit-Bibliotheken als Laufzeitumgebung in der 64-Bit-Variante problemlos anbieten und nutzen.

So geht etwa die Opensuse-Community vor, die zwar für das aktuelle Leap 15.1 offiziell auch nur die 64-Bit-Architektur unterstützt, in den Paketquellen dafür aber weiterhin mehrere Hundert Pakete in einer 32-Bit-Laufzeitvariante bereitstellt. Ähnliches gilt für die Suse-Enterprise-Variante oder auch für das aktuell RHEL 8 von Red Hat. Bisher gibt es allerdings noch keine Hinweise darauf, dass Ubuntu diesem Beispiel folgen wird, denn auch bisher bietet Ubuntu auf diese Art und Weise nur explizit eine Handvoll Bibliotheken an. Der Rest konnte zwar bisher aus dem 32-Bit-Archiv importiert werden, was aber ja künftig abgeschafft werden soll.

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M.P. 25. Jun 2019

Nur wenn die Scheuklappen rechts und links der Augen nur den Blick unter die Motorhaube...

FreiGeistler 24. Jun 2019

Wenn du direkt nach Vulkan renderst, statt dem Zwischenschritt Opengl, haben viele Games...

janoP 24. Jun 2019

Stimmt, ich kaufe jetzt nur noch Spiele, die mir mindestens 30 Jahre Support und...

cpt.dirk 23. Jun 2019

Dann nehme man eine der anderen Distris, die ich genannt habe, oder was besser gefällt.



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