Linux: Verhaltenskodex für Kernel-Hacker

Diskussionen der Kernel-Entwickler enden manchmal in heftigen Wortgefechten und Beleidigungen, was als normaler Umgang größtenteils akzeptiert wird. Intel-Angestellte Sarah Sharp möchte dies ändern und regt einen Verhaltenskodex an.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Linux-Kernel-Mailing-Liste gilt auch in der Open-Source-Community als hartes Pflaster.
Die Linux-Kernel-Mailing-Liste gilt auch in der Open-Source-Community als hartes Pflaster. (Bild: Josh Landis/National Science Foundation, Public Domain)

Bisher galten verbale Attacken, Flüche und Schimpfwörter der Linux-Hacker untereinander als akzeptiert. Der USB-Treiber-Entwicklerin Sarah Sharp gingen die Beleidigungen und die vermeintlichen Späße über physische Gewalt nun zu weit: Sie ruft auf einer Mailing-Liste zu einer "professionelleren" Diskussionskultur auf. Sie werde auch "zurückschreien", wenn dies nötig sei.

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Im Fokus der Kritik Sharps liegt insbesondere der Linux-Erfinder Linus Torvalds, der Code teils heftig zurückweist. Auch auf öffentlichen Veranstaltungen scheut Torvalds keine Konfrontationen und beleidigt schonmal ganze Unternehmen wie Nvidia.

Torvalds selbst findet sein Verhalten, wie zu erwarten, nicht sonderlich diskussionswürdig. Schließlich argumentiere auch er häufig sachlich und höflich und werde nur selten ausfallend. Seine Wutausbrüche, so schreibt Torvalds selbst, gälten meist nur den Top-Maintainern, von denen er besseren Code erwarte. Oder aber er werde ausfallend, wenn diesen Maintainern aus seiner Sicht grobe Fehler unterliefen.

Den harschen Tonfall nutze Torvalds in diesen Diskussionen, weil er glaube, seine Meinungen würden sonst nicht ernst genug genommen. Außerdem habe er keine Lust auf diese "aufgesetzte Höflichkeit, die Lügen, die Büropolitik, die Hinterhältigkeit, die passive Aggressivität", die er mit normaler Büroarbeit verbindet.

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Viele Gemeinschaften, die freie Software entwickeln, lösen derartige Probleme durch einen Code-of-Conduct - einen Verhaltenskodex, in dem klar definiert ist, was als angemessenes Verhalten gilt und was nicht. Ein generelles, darin festgelegtes und für alle gültiges Verhalten geht vielen Kernel-Entwicklern aber zu weit.

Als Alternative schlägt Sharp einen Kodex vor, in dem die kritisierten Entwickler - jeder für sich - darlegen, welche Erwartungen sie an andere stellen. Ebenso sollte dokumentiert werden, welche Handlungen verbale Attacken provozieren, damit diese entsprechend vermieden werden können.

Mögliche Lösungen, wozu auch der Verhaltenskodex gehört, wollen die Beteiligten auf dem kommenden Kernel Summit besprechen.

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Anonymer Nutzer 06. Okt 2014

Der Gründer und Führer von Linux scheint menschlich ein ganz kleines Licht zu sein. Würde...

Uschi12 17. Jul 2013

Ist mir klar, dass du solche Beiträge nicht siehst unter deinem ganzen Quark an Beiträgen...

Anonymer Nutzer 17. Jul 2013

ist ja nicht so, dass es unter Frauen keinen "rauen Ton" geben würde. Und meistens sind...

wmayer 17. Jul 2013

Beleidigungen haben nichts mit Ehrlichkeit zu tun.

a user 17. Jul 2013

jedenfalls scheinen sie sich ja auf einen verhaltenskodex geeinigt zu haben: On Mon, Jul...



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