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Linux: US-Wintersturm führt zu Zwangspause bei Kernel-Entwicklung

Linus Torvalds ist ohne Strom und die Linux-Kernel -Entwicklung muss ruhen. Die Ansage ist gewohnt sarkastisch.
/ Sebastian Grüner
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Die Entwicklung des Linux-Kernels muss pausieren. (Bild: Denis and Chris Luyten-De Hauwere/Wikimedia Commons)
Die Entwicklung des Linux-Kernels muss pausieren. Bild: Denis and Chris Luyten-De Hauwere/Wikimedia Commons

Der Begründer und Chefentwickler des Linux-Kernels, Linus Torvalds, hat auf der Mailing-Liste des Projektes eine vorübergehende Zwangspause der weiteren Entwicklungstätigkeit von ihm angekündigt. Der Grund dafür ist ein Ausfall der zivilen Infrastruktur nach einem Wintersturm in den USA, der dazu führt, dass Torvalds seiner Arbeit nicht mehr nachkommen kann. Konkret verfüge der Entwickler derzeit weder über einen Internetzugang noch über Strom.

Mit Bezug auf die Wortwahl Sturm, die etwa in Medien und auch vom Wetterdienst genutzt(öffnet im neuen Fenster) wird, schreibt der aus Finnland stammende Torvalds mit einem gewohnt sarkastischen Ton: "Natürlich ist das hier Oregon, also ist Sturm hier das, was manche Leute wahrscheinlich als etwas windig bezeichnen würden, und Winter bedeutet hier, dass die Temperatur sich -10 °C nähert."

Aufgrund des starken Winds sind in der Region offenbar zahlreiche Bäume umgekippt und haben Stromleitungen und weitere Infrastruktur beschädigt. Torvalds wohnt im Großraum von Portland und berichtet, dass etwa 100.000 Einwohner von einem Stromausfall betroffen seien und seine Wohngegend bei der Reparatur wohl keine Priorität genieße. In einem vergleichbaren Fall vor einigen Jahren habe es mehr als eine Woche gedauert, bis der Stromausfall beseitigt wurde, schreibt der Entwickler. Torvalds wolle aufgrund des Wetters und der vereisten Straßen zunächst auch nicht von einem Café oder Büro aus arbeiten.

Als Chefentwickler steuert Torvalds die Entwicklung des Hauptzweigs des Linux-Kernels, jeweils bis zur Veröffentlichung einer neuen stabilen Version. Dazu pflegt er die Änderungen der restlichen Community ein. Hierbei kommt es immer wieder zu zwischenzeitlichen geplanten Unterbrechungen, die durch Torvalds privates Verhalten bedingt sind – also etwa Reisen zu Konferenzen oder Urlaube. Dass nun aber das Wetter und ein dadurch verursachter Stromausfall die Entwicklung für unbestimmte Zeit aufhalten, ist sehr ungewöhnlich.


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