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Spielraum für Patente und Technik

Bergelt gratulierte Microsoft sichtlich erfreut zu dem Beitritt und außerdem dazu, den Wandel der IT-Welt erfolgreich begleitet zu haben. Aus Sicht von Bergelt ist diese Entwicklung für Microsoft aber derzeit keinesfalls abgeschlossen, sondern erst ungefähr bei der Hälfte des Möglichen angekommen. So gibt es nach dem Beitritt zur OIN offenbar noch einige konkrete Dinge zu klären.

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Bereits zu der Ankündigung vor rund zwei Wochen war eine der Fragen, die sich aufdrängten, was genau OIN-Beitritt für die Unterstützung von ExFAT in Linux bedeutet. Sowohl Bergelt als auch Mirko Böhm, der beim OIN für die Aktualisierung der Linux-Systemdefinition zuständig ist, sind sich zu "99,9 Prozent" sicher, dass sämtliche Teile der möglichen ExFAT-Patente bereits jetzt als Funktion im Linux-Kernel vorhanden sind, auch ohne dass ein konkreter ExFAT-Treiber im Hauptzweig des Kernel eingepflegt wurde.

Diese Funktionen sind damit bereits jetzt in der Linux-Systemdefinition des OIN eingeschlossen und unterliegen damit der Patent-Cross-Lizenz des OIN. Das heißt, jedes Mitglied des OIN darf diesen Aussagen zufolge ExFAT einsetzen, ohne dafür Lizenzzahlungen an Microsoft leisten zu müssen. Zuvor war von Free-Software-Aktivist Bradley Kuhn kritisiert worden, dass die ExFAT-Patente nicht von der Systemdefinition der OIN eingeschlossen seien und ExFAT-Distributoren möglicherweise eben nicht auf die kostenfreie Cross-Lizenz des OIN zugreifen könnten. Dem stehen nun die Aussagen der OIN klar entgegen.

Upstream-Technik löst Patentprobleme

Eine für alle einvernehmliche Lösung wäre wohl aber, wenn künftig ein ExFAT-Treiber im Hauptzweig des Linux-Kernel verfügbar ist. Dieser Treiber wäre dann zweifellos von der Systemdefinition eingeschlossen und jedes OIN-Unternehmen könnte von der Cross-Lizenz profitieren. Ob dafür eventuell der nun schon einige Jahre alte ExFAT-Treiber von Samsung in Linux integriert wird oder gar Microsoft einen eigenen Treiber erstellt, ist derzeit völlig unklar. Ein Schritt in diese Richtung wäre aber auf jeden Fall hilfreich.

Noch deutlich weiter gehen könnte Microsoft damit, das .Net-Framework als neuen Teil der Systemdefinition des OIN vorzuschlagen. Zwar steht der Referenzcode des .Net-Frameworks sowie das neuere .Net Core unter der freien MIT-Lizenz und ist damit Open Source, die MIT-Lizenz enthält jedoch keine Patentlizenz wie etwa die Apache-Lizenz. Microsoft löst dies durch ein eigenes Patentversprechen für .Net. Dieses ist aber alles andere als freizügig und gibt einige Einschränkungen vor.

Bisher befinden sich bereits einige Teile der freien .Net-Reimplementierung Mono in der Systemdefinition des OIN. Die Nutzung dieser Pakete impliziert nun also auch eine Patentlizenz von Microsoft. Interessanterweise gehört Mono inzwischen selbst zu Microsoft, noch ist dies aber lediglich eine Untermenge der gesamten .Net-Technik. Um hier ein deutliches Zeichen zu setzen, könnte Microsoft versuchen, .Net in die Systemdefinition des OIN zu integrieren, was das OIN wohl sicherlich mit Wohlwollen prüfen und akzeptieren würde.

Sämtliche Fragen zur Patentsituation von .Net und dessen freier Nutzung wären durch diesen Schritt ähnlich wie bei einem ExFAT-Treiber im Linux-Kernel mehr oder weniger offensichtlich geklärt. Immerhin ist die Cross-Lizenzierung des OIN von mittlerweile mehr als 2.700 Unternehmen verstanden und akzeptiert. Ob und wann dies passiert, ist derzeit noch offen. Wenn Microsoft seinen Kulturwandel hin zu Open Source aber wirklich ernst nimmt, ist dieser Schritt wohl nur noch eine Frage der Zeit.

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 Linux und Patente: Open Source bei Microsoft ist "Kultur statt Strategie"
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dermamuschka 30. Okt 2018

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Clown 29. Okt 2018

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TheUnichi 28. Okt 2018

Microsoft ist auch ein Unternehmen, dass weltweit Millionen von Projekten und Entwicklern...

gfa-g 28. Okt 2018

Leider ist genau daraus der Datenhandel entstanden. OpenSource finanziert sich nicht von...

sambache 27. Okt 2018

Viele finden die Zwangsupdates mit Neustart nicht so freundlich ;-) Ich persönlich finde...


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