Abo
  • Services:

Linux und BSD: Sicherheitslücke in X.org ermöglicht Root-Rechte

Eine Sicherheitslücke im Displayserver X.org erlaubt unter bestimmten Umständen das Überschreiben von Dateien und das Ausweiten der Benutzerrechte. Der passende Exploit passt in einen Tweet.

Artikel veröffentlicht am ,
Linux und BSD bekommen ihre grafische Darstellung häufig durch X.org.
Linux und BSD bekommen ihre grafische Darstellung häufig durch X.org. (Bild: LLUIS GENE/AFP/Getty Images)

Um grafische Inhalte darzustellen, wird in vielen BSD- und Linux-Distributionen X.org als Displayserver eingesetzt. Der Sicherheitsforscher Narendra Shinde hat eine Sicherheitslücke in der -log-Option des X-Servers gefunden, die jedem Nutzer das Erstellen und Überschreiben von Dateien auf dem kompletten System ermöglicht. Hierdurch kann beispielsweise die Passwortdatei /etc/shadow überschrieben werden, wodurch ein passwortloser Root-Login möglich wird.

Stellenmarkt
  1. DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut
  2. OEDIV Oetker Daten- und Informationsverarbeitung KG, Bielefeld

Voraussetzung für den Angriff ist ein X.org-Server, der mit setuid Root läuft. Ist dies für den X-Server gesetzt, kann dieser als normaler Benutzer gestartet werden, läuft aber mit Root-Rechten. Ein Angreifer braucht zudem einen Konsolenzugang auf dem betroffenen Rechner. Er muss also Entweder mit einem Dienst wie SSH oder lokal auf dem Rechner eingeloggt sein. Red Hat verbietet allerdings das Ausführen des X-Servers über eine SSH-Konsole. Hier konnte der Angriff also nur lokal erfolgen. Sind die Voraussetzungen gegeben, kann ein Angreifer mit einer Zeile Code, die in einen Tweet passt, Root-Rechte erlangen.

Shinde hat das Problem am 10. Oktober an Red Hat und am 12. Oktober an das X.org-Team gemeldet. Am 25. Oktober wurde die Sicherheitslücke (CVE-2018-14665) koordiniert veröffentlicht. Mit der X.org-Version 1.20.3 wurden die Probleme behoben. Updates stehen bereit. Betroffen waren unter anderem Red Hat Enterprise Linux ab Version 7.4 sowie CentOS, Gentoo und OpenBSD. Updates sollten zügig eingespielt werden.

Der X-Server ist problematisch

Die in die Jahre gekommene Software ist immer wieder von Sicherheitslücken betroffen. Die Gründerin des auf Sicherheit fokussierten Betriebssystems Qubes OS, Joanna Rutkowska, kritisierte bereits 2011 die Architektur des X-Servers. Grafische Anwendungen werden nicht voneinander isoliert, selbst wenn sie unter unterschiedlichen Benutzern laufen. Jedes Programm, das die grafische Oberfläche nutzt, kann Eingaben an andere Programme senden oder Benutzereingaben von anderen grafischen Programmen mitlesen. Das geht so weit, dass auch Eingaben von anderen Benutzern mitgelesen werden können, beispielsweise des Administrators, der unter Linux Root genannt wird.

Der Nachfolger Wayland soll mit diesen Architekturproblemen aufräumen und den Linux-Desktop deutlich sicherer machen. Bisher wird er nur in wenigen Distributionen standardmäßig eingesetzt. Er soll aber in den nächsten Jahren den X-Server beerben.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (aktuell u. a. Corsair GLAIVE RGB als neuwertiger Outlet-Artikel für 34,99€ + Versand statt ca...
  2. 59,90€ (Bestpreis!)
  3. 99€ (Bestpreis!)
  4. 99,95€ (Vergleichspreis ca. 130€)

nille02 29. Okt 2018

Welcher andere Hersteller bekommt Wayland mit geschlossenen Treibern hin? Und das OOTB...

Truster 29. Okt 2018

Fedora setzt auch standardmäßig bereits auf Wayland. Ich habe bis Dato noch kein Problem...

wo.ist.der... 29. Okt 2018

Mache ich mit Arch und i3wm so.

PineapplePizza 28. Okt 2018

würde es da nicht sinn machen, das immutable-bit zu setzen? die tools die diese datei...

eeg 27. Okt 2018

Ah okay. Danke für die Klarstellung @RipClaw @RicoBrassers


Folgen Sie uns
       


Energizer Power Max P18K Pop - Hands on (MWC 2019)

Ein Smartphone wie ein Ziegelstein: das Energizer Power Max P18K Pop hat einen 18.000 mAh starken Akku.

Energizer Power Max P18K Pop - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Security: Vernetzte Autos sicher machen
Security
Vernetzte Autos sicher machen

Moderne Autos sind rollende Computer mit drahtloser Internetverbindung. Je mehr davon auf der Straße herumfahren, desto interessanter werden sie für Hacker. Was tun Hersteller, um Daten der Insassen und Fahrfunktionen zu schützen?
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Alarmsysteme Sicherheitslücke ermöglicht Übernahme von Autos
  2. Netzwerkanalyse Wireshark 3.0 nutzt Paketsniffer von Nmap
  3. Sicherheit Wie sich "Passwort zurücksetzen" missbrauchen lässt

Mobile Bezahldienste: Wie sicher sind Apple Pay und Google Pay?
Mobile Bezahldienste
Wie sicher sind Apple Pay und Google Pay?

Die Zahlungsdienste Apple Pay und Google Pay sind nach Ansicht von Experten sicherer als klassische Kreditkarten. In der täglichen Praxis schneidet ein Dienst etwas besser ab. Einige Haftungsfragen sind aber noch juristisch ungeklärt.
Von Andreas Maisch

  1. Anzeige Was Drittanbieter beim Open Banking beachten müssen
  2. Finanzdienstleister Wirecard sieht kein Fehlverhalten
  3. Fintech Wirecard wird zur Smartphone-Bank

Pauschallizenzen: CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern
Pauschallizenzen
CDU will ihre eigenen Uploadfilter verhindern

Absurder Vorschlag aus der CDU: Anstatt die Urheberrechtsreform auf EU-Ebene zu verändern oder zu stoppen, soll nun der "Mist" von Axel Voss in Deutschland völlig umgekrempelt werden. Nur "pures Wahlkampfgetöse" vor den Europawahlen, wie die Opposition meint?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Europawahlen Facebook will mit dpa Falschnachrichten bekämpfen
  2. Urheberrecht Europas IT-Firmen und Bibliotheken gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform

    •  /