Linux: Suse soll Börsengang im Mai planen

Der Open-Source-Spezialist und Linux-Distributor Suse könnte noch im Frühsommer an die Börse gehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mehrere Personen, die mit der Sache vertraut sind. Der Börsengang könnte demnach zwischen 7 und 8 Milliarden Euro einbringen. Umgesetzt werden könnte der Plan möglicherweise schon im kommenden Mai. Erstmals von einem möglichen Börsengang Suses berichtet hatte Bloomberg bereits im vergangenen Herbst(öffnet im neuen Fenster) .
Der in Deutschland gegründete Linux-Distributor Suse ist im Jahr 2018 für einen Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar von einem privaten Investmentfonds der EQT Partners gekauft worden . Zuvor war Suse ein mehr oder weniger unabhängiges Tochterunternehmen von Micro Focus. Suse kam zu Micro Focus, als Letzteres im Jahr 2014 das Suse-Mutterunternehmen Attachmate kauften. Attachmate hatte 2011 den damaligen Suse-Eigner Novell gekauft und Suse ausgegründet. Nach einer jahrelangen Führung der Geschäfte durch Nils Brauckmann als Suse-CEO hat diesen Posten seit 2019 Melissa Di Donato inne(öffnet im neuen Fenster) .
Unter EQT und Di Donato setzt Suse auf einen Wachstumskurs, der unter anderem durch die Übernahme von Rancher Labs(öffnet im neuen Fenster) vorangetrieben worden ist. Für den auf Enterprise-Werkzeuge für die Container-Orchestrierung Kubernetes spezialisierte Rancher Labs soll Suse rund 600 Millionen US-Dollar gezahlt haben(öffnet im neuen Fenster) . Suse plant durch den Zukauf sein Cloud-Angebot stärker aufzustellen und die Container- und Kubernetes-Expertise von Rancher mit seinen Enterprise-Angeboten rund um die eigene Linux-Distribution zu kombinieren.
Laut der letzten Veröffentlichung eigener Quartalszahlen von Suse(öffnet im neuen Fenster) im vergangenen Dezember hat das Unternehmen 15 Quartale hintereinander ein Wachstum verzeichnet. Auch die Buchungen von Kunden sind auch im Coronajahr 2020 weiter gewachsen, im Cloud-Bereich sogar um 87 Prozent. Die Geschäfte mit einem Umfang von mehr als 1 Million US-Dollar sind demnach sogar um 21 Prozent gestiegen.