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Linux-Startumgebung: Uselessd als Alternative zu Systemd

Schon der Name verrät, dass die Entwickler ihre Systemd-Alternative als Protest sehen: Übersetzt ins Deutsche bedeutet Useless soviel wie "nutzlos". Uselessd ist eine vollkommen abgespeckte Version der Linux-Startumgebung Systemd.
/ Jörg Thoma
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Uselessd will den Umfang der Linux-Startumgebung Systemd so weit wie möglich reduzieren. (Bild: Screenshot: Golem.de)
Uselessd will den Umfang der Linux-Startumgebung Systemd so weit wie möglich reduzieren. Bild: Screenshot: Golem.de

Uselessd sei ein Projekt, das die umstrittene Linux-Startumgebung Systemd(öffnet im neuen Fenster) auf wesentliche Komponenten reduziere, schreiben die Entwickler(öffnet im neuen Fenster) . Die Systemd-Alternative soll lediglich eine Startumgebung samt Abhängigkeitsdiensten bieten und als Prozessüberwachung dienen. Damit soll Uselessd das werden, was Systemd eigentlich sein sollte: eine unkomplizierte Startumgebung mit einer breiteren Unterstützung. Denn Useless könne auch als "Use less" interpretiert werden - ressourcenschonender.

Der neue Start-Daemon soll unter anderem auch mit weiteren C-Bibliotheken genutzt werden können, statt wie bisher nur mit bestimmten Versionen der Glibc-Bibliothek. Geplant ist die Integration von Musl und uClibc, die beispielsweise in reduzierten Linux-Versionen auf eingebetteten Systemen zum Einsatz kommen.

So wenig wie möglich

Außerdem soll Uselessd auf Journald verzichten und dabei auf den Einsatz der dazugehörigen Bibliotheken Libqrencode und Libmicrohttpd oder auf sogenannte Coredumps, in denen der Kernel beim Absturz Abbilder des RAMs speichert. Außerdem verzichtet Uselessd auf die Abhängigkeit von der Geräteverwaltung Udev. Die Zeitfunktionen sollen auf Systemen mit Uselessd beispielsweise wieder von Cron verwaltet werden. Das sind nur einige der Funktionen in aktuellen Versionen von Systemd, auf die die Uselessd-Entwickler verzichten wollen.

Uselessd ist ein Fork von Systemd-208-stable. Diese Version wurde gewählt, weil es die Interprozesskommunikation Kdbus noch nicht integriert hat. Auch auf den integrierten Netzwerk-Daemon Networkd wollen die Entwickler verzichten. Schließlich sei Version 208 von Systemd auch der Standard in der aktuellen Version von Fedora 20, welches noch länger mit Updates versorgt werden wird.

Uselessd sei noch in der Entwicklungsphase, schreiben die Entwickler in einem Blogpost. Der Quellcode steht unter der GPLv2-, LGPLv2- sowie der MIT-Lizenz. Der Quellcode steht auf Bitbucket zum Download bereit(öffnet im neuen Fenster) .


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