Abo
  • Services:
Anzeige
Problematischer Code im Linux-Kernel
Problematischer Code im Linux-Kernel (Bild: Screenshot Golem.de)

Linux: Sicherheitslücke in x32-Code

Eine Sicherheitslücke im Linux-Kernel ermöglicht Nutzern das Schreiben in beliebige Speicherbereiche. Betroffen sind nur Kernel mit Unterstützung für x32-Code, in Ubuntu ist dies standardmäßig aktiviert.

Anzeige

Im x32-Code des Linux-Kernels befindet sich eine gravierende Sicherheitslücke. Diese ermöglicht es einem Nutzer, in beliebige Speicherbereiche zu schreiben. Entdeckt wurde das Problem von Brad Spengler und Alexander Peslyak, der unter dem Pseudonym Solar Designer bekannt ist.

Das sogenannte x32-ABI ermöglicht es, auf 64-Bit-Prozessoren Code laufenzulassen, der zwar die erweiterten Befehle der neuen Prozessoren unterstützt, aber trotzdem mit kleineren 32-Bit-Pointern arbeitet. Das x32-ABI wird seit der Kernel-Version 3.4 unterstützt, ist jedoch in vielen Linux-Distributionen deaktiviert. Die beliebte Distribution Ubuntu aktiviert x32 jedoch und ist somit von dem Sicherheitsproblem betroffen.

Das Problem befindet sich in der Netzwerkfunktion recvmmsg. Durch bestimmte Parameter lässt sich diese dazu bringen, Speicherbereiche des Kernels auszulesen oder zu überschreiben. Ein Exploit, der diese Lücke ausnutzt und etwa einem Nutzer Root-Rechte verschafft, ist bislang noch nicht aufgetaucht, es ist aber davon auszugehen, dass dies in Kürze passiert.

Brad Spengler, der die Linux-Sicherheitserweiterung Grsecurity entwickelt, zeigte sich auf Twitter verärgert über die mangelhafte Sicherheit des Linux-Kernels. Ein Fuzzer, der Systemaufrufe mit zufälligen Werten durchführt, hätte diesen Fehler wahrscheinlich entdeckt, so Spengler.

Offenbar haben Spengler und Peslyak auch Druck gemacht, diese Sicherheitslücke möglichst schnell zu veröffentlichen. Üblicherweise sprechen sich Linux-Distributionen und Kernel-Entwickler bei solchen Sicherheitslücken ab und vereinbaren ein gemeinsames Datum zur Veröffentlichung auf der internen Mailingliste vendor-sec. Ein Vorgehen, das Spengler offenbar nur ungern mitmacht. "Mein Hass auf Embargos und Listen wie vendor-sec kann nicht angemessen ausgedrückt werden", kommentierte Spengler bereits vor der Veröffentlichung der Sicherheitslücke auf Twitter. Wenige Minuten nach Ende des vereinbarten Embargos gab Spengler auf Twitter erste Informationen über die Sicherheitslücke bekannt.

Die Sicherheitslücke hat die ID CVE-2014-0038 erhalten. Die Details des Problems hat ChromeOS-Entwickler Kees Cook in einer internen Mail erläutert, die von Alexander Peslyak nach dem Embargo an die öffentliche Mailingliste oss-security weitergeleitet wurde. Darin befindet sich auch ein Patch, der das Problem behebt. Der Patch wurde auch ins Code-Repository des Kernels aufgenommen, eine neue Kernel-Version gibt es jedoch noch nicht. Aktualisierte Pakete für Ubuntu standen zum Zeitpunkt dieses Artikels ebenfalls noch nicht zur Verfügung.

Nachtrag vom 31. Januar 2014, 15:44 Uhr

Inzwischen gibt es ein Kernel-Update für Ubuntu.


eye home zur Startseite
Towelie 02. Feb 2014

Nene, Ubuntu läuft auch ohne gebastel furchtbar instabil:D

derats 01. Feb 2014

Linux ist das erste und einzige Betriebssystem mit der x32 ABI. Weil Linux die erfunden...

derats 01. Feb 2014

Ich weiß von einigen kleineren HPC-Anwendungen, die die x32 ABI benutzen, da das etwas...

jessipi 01. Feb 2014

Da muss man Kernelupdates erst unter Vorlieben im Updatemanager freischalten...

dabbes 31. Jan 2014

Nur weil noch keiner den Fehler bei BSD gefunden hat, heißt das nicht, dass es ihn nicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. OSRAM GmbH, München
  2. Vodafone GmbH, Düsseldorf
  3. Daimler AG, Stuttgart
  4. ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 9,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Elektroroller

    Einstieg in die Elektromobilität ab 2.000 Euro

  2. Virtuelle Maschinen

    Parallels Desktop 13 holt Touch Bar in Windows

  3. Assassin's Creed Origins Angespielt

    Ermittlungen in der stinkenden Stadt

  4. Windows 10

    Microsoft will auf Zwangsupdates verzichten

  5. Brio 4K Streaming Edition

    Logitech-Kamera für Lets-Player und andere Streamer

  6. Vor Bundestagswahl

    Facebook löscht Zehntausende Spammer-Konten

  7. Bilderkennung von Google

    Erste Hinweise auf Lens in der Google-App

  8. Open Source

    Node.js-Führung zerstreitet sich über Code-of-Conduct

  9. Enigma ICO

    Kryptowährungshacker erbeuten halbe Million US-Dollar

  10. SNES Classic Mini

    Mario, Link und Samus machen den Moonwalk



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mercedes S-Klasse im Test: Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
Mercedes S-Klasse im Test
Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
  1. Erste Tests Autonome Rollstühle sollen Krankenhäuser erobern
  2. Autonomes Fahren Fiat Chrysler kooperiert mit BMW und Intel
  3. 3M Verkehrsschilder informieren autonom fahrende Autos

C64-Umbau mit dem Raspberry Pi: Die Wiedergeburt der Heimcomputer-Legende
C64-Umbau mit dem Raspberry Pi
Die Wiedergeburt der Heimcomputer-Legende

Ikea Trådfri im Test: Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
Ikea Trådfri im Test
Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
  1. Smarte Lampen Ikeas Trådfri wird kompatibel mit Echo, Home und Homekit
  2. Die Woche im Video Kündigungen, Kernaussagen und KI-Fahrer
  3. Augmented Reality Ikea will mit iOS 11 Wohnungen virtuell einrichten

  1. Re: Wenn man denn Laden könnte...

    DerBjoern | 08:11

  2. Re: Die Herstellerseite

    Dampfplauderer | 08:11

  3. Re: Grundsätzlich nicht uninteressant

    DerBjoern | 08:10

  4. Re: Ethereum

    AllDayPiano | 08:09

  5. Re: Der schlimmste Lump im ganzen Land

    ve2000 | 08:08


  1. 07:45

  2. 07:30

  3. 07:15

  4. 18:04

  5. 17:49

  6. 16:30

  7. 16:01

  8. 15:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel